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Wie kann der Ausbau klappen?

Ein Diskussionsanlass des Waller Premium Clubs gab Einblick, wie es mit der Bossard-Arena weitergehen könnte.

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EVZ-CEO Patrick Lengwiler (links) und der Zuger Stadtrat Andre Wicki im Gespräch mit Bruno Waller vom Waller Premium Club.

EVZ-CEO Patrick Lengwiler (links) und der Zuger Stadtrat Andre Wicki im Gespräch mit Bruno Waller vom Waller Premium Club.

Bild: PD

Der Waller Premium Club ist eine Vereinigung, die sich pro Jahr drei- bis viermal trifft. Höhepunkt des gesellschaftlichen Anlasses ist eine Diskussionsrunde mit meist bestbekannten Gäste. Anlässlich der Veranstaltung von Anfang September standen der EVZ-CEO Patrick Lengwiler sowie der Zuger Stadtrat Andre Wicki auf der Referentenliste. Diese Kombination passt in dem Sinne, dass die beiden Exponenten beim Geschäft der Stadionerweiterung zusammenspannen müssen. Wicki vertritt die Interessen der Stadt Zug als Eigentümer der Bossard-Arena und Patrick Lengwiler diejenigen des Ausbau-Initiators EV Zug.

Fragen zum zweiten Meistertitel

Bruno Waller als Gesprächsleiter wollte nicht gleich mit der Türe ins Haus fallen und stellte Lengwiler einige Fragen zum zweiten Meistertitel in Folge, die der EVZ am 1. Mai 2022 nach einem 7. Spiel erkämpfte. «Wir werden noch lange von der Finalserie reden», fasste Lengwiler die Ereignisse prägnant zusammen. Der EVZ-CEO hat seit den ersten Maitagen seine Gefühle wohl schon zigmal zitiert, aber er erzählt sie immer gerne wieder. Er orientierte die Anwesenden auch noch kurz über die Saison 2022/2023. Diese begann Mitte September. Die jetzt auf 14 Teams aufgeblähte National League gefällt Lengwiler nicht. Auch sechs Ausländer sind ihm zu viel. Doch er wirft ein, dass es für 14 Klubs einfach zu wenig konkurrenzfähige Schweizer Spieler gebe. Konkurrenz könnte entstehen, wenn die Zahl der lizenzierten Spieler hierzulande markant steigen würde. Das sei aber nicht so. Vergleiche mit Schweden oder Finnland hinkten, weil es in diesen nordischen Ländern fast doppelt so viele Aktive gäbe.

Zu geringe Kapazität in der Bossard-Arena

Dann wechselten die Diskussionsteilnehmer das Thema. Sportlich erfolgreich sei der EVZ aktuell. Aber in Bezug auf die Zuschauerkapazität und das Gastronomieangebot könne Zug, so formulierte es Patrick Lengwiler, noch zulegen. Händeringend würden von den Fans Saisonkarten gesucht. Bereits früh teilte der EVZ nämlich mit: ausverkauft. Abhilfe schaffen könnte das Projekt «Keep Building». Dieses sieht vor, das Dach der Bossard-Arena anzuheben. Das bringt mehr Zuschauerplätze (plus 1400 Sitzplätze auf rund 8600 Sitzplätze). Der Gastrobereich soll ebenfalls markant wachsen. Aktuell belegt die Bossard-Arena in diesem Bereich nur gerade den 12. Platz.

Kostenpunkt für die ganze Erweiterung: rund 36 Millionen Franken. Die Idee, das ganze Projekt auf der Basis eines Baurechtsvertrages zu lösen, fiel beim Grossen Gemeinderat der Stadt Zug nicht auf Gegenliebe. Die neue Variante: ein Mieterausbau. Diese Lösungsvariante könnte schneller realisiert werden. Dadurch löse sich die Trias Kunsteisbahn-Stadt-EVZ nicht auf, liess der Zuger Finanzvorstand André Wicki die Zuhörenden wissen. Das Verfahren sei einfacher ausgestaltet. Wicki betonte auch zum wiederholten Male, dass sich das Stadtparlament an sich nicht gegen einen Ausbau der Arena ausspreche, aber die Zügel in der Hand behalten wolle.

Weg zur Stadionerweiterung

Der Finanzchef skizzierte dann einen möglichen Weg zur neuen Bossard-Arena, die dem EVZ neue Manövriermasse verschaffen würde. Wicki sagt, dass die neue Arena auf die Saison 2026/27 erweiterbar wäre. Der EVZ-Vetreter in der Diskussionsrunde kann damit leben. Lengwiler sagte zwar, dass das Geld für die Erweiterung schwieriger zu beschaffen sei, doch wichtig sei, dass es vorwärts gehe. André Wicki machte derweil auf Politiker und erwähnte, dass die Stadt bald Geld in die Zuger Sportmeile investieren wolle. Vier Millionen sind für das Fussballstadion Herti vorgesehen. Auch die Garderoben der Leichtathletikanlage will die Stadt sanieren.

Mit all diesen Informationen gingen die Teilnehmer des Wallers Premium Club zum gemütlichen Teil über. Zu diskutieren gab es ja mehr als genug. Beim nächsten Treffen steht der Coach der Schweizer Fussballnationalmannschaft Murat Yakin Red und Antwort.

Für den Waller Premium Club: Charly Keiser

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