Stadt Zug
Bindella soll Restaurant in alter Post im Juni 2022 eröffnen – und auch auf dem Platz davor servieren

Die umfangreichen Sanierungsarbeiten am historischen, denkmalgeschützten Gebäude der alten Post in Zug sind abgeschlossen. Bevor ab April 2022 wieder Leben in die Räume einzieht, beginnen Anfang Jahr im Gebäudeinnern die Arbeiten am Mieterausbau.

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Die ehemalige Hauptpost wurde aussen renoviert.

Die ehemalige Hauptpost wurde aussen renoviert.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 21. Dezember 2021)

Die umfangreiche Sanierung der ehemaligen Hauptpost in Zug war Voraussetzung, dass das Gebäude nun von neuen Mietern genutzt werden kann. Anfang Jahr starten laut der Post Immobilien AG die Arbeiten zum Mieterausbau in den Innenräumen, bevor dann ab April 2022 wieder Leben in die Räume einkehrt. Die künftigen Mieter beziehen die neuen repräsentativen Büro- und Praxisräume ab diesem Zeitpunkt.

Voraussichtlich Anfang Juni 2022 eröffne das bekannte Zürcher Gastrounternehmen Bindella im Erdgeschoss ein Restaurant nach ihrem Konzept «Più». «Die Gäste werden dann nicht nur in der ehemaligen Schalterhalle bedient, sondern auch auf einem Teil des oberen Postplatzes», schreibt die Post weiter. Dieser soll dadurch «aufgewertet» werden und «sich zu einem belebten Aufenthaltsort mit mediterranem Charme» entwickeln.

Die Löwenköpfe kehren zurück

Im Herbst 2020 startete die Post Immobilien AG als Eigentümerin des Gebäudes die Gesamtsanierung der ehemaligen Zuger Hauptpost, diese ist seither weitgehend abgeschlossen. Aussen wurde die historische Sandsteinfassade, welche laut einer Mitteilung des Unternehmens unter den Witterungseinflüssen der letzten Jahrzehnte stark gelitten hat, umfassend saniert und ist nun vor steigendem Schaden geschützt. «Die vermutlich in den 1960er-Jahren entfernten sechs barocken Löwenköpfe aus Zinkblech werden rekonstruiert und finden dann im Frühjahr 2022 wieder ihren Platz auf den Gebäudeecken», heisst es weiter.

Durch den Einsatz der ursprünglichen Bedachungs- und Spenglermaterialien und insbesondere mit der Zinkblechverkleidung der Lukarnen, Kuppel und Löwenköpfe präsentiere sich das ganze Gebäude heller als vor der Sanierung. «Die Materialien werden jedoch mit der Zeit eine Patina ansetzen und nachdunkeln.» Mit der Rekonstruktion des Türmchens auf der Kuppel, die im Zusammenhang mit einer Erneuerung der Mobilfunkantenne vorgesehen ist, werde die maximale Nähe zum ursprünglichen Zustand erreicht. Bis dahin dauere es voraussichtlich noch etwa zwei Jahre.

Neue WCs und Fotovoltaikanlagen

Im Innern des Gebäudes wurden sowohl das Treppenhaus aufwendig rekonstruiert und restauriert als auch die Innenräume sorgsam und auf die heutigen Ansprüche an moderne Dienstleistungs- und Büroräume angepasst. So wurden nebst einem barrierefreien Lift auch neue WC-Anlagen eingebaut und die Haustechnik nachhaltig an die heutigen Komfortansprüche ausgerichtet. Eine Fotovoltaikanlage versorgt das Gebäude mit Strom; damit lasse sich das Gebäude an heissen Tagen nun auch leicht kühlen.

Seit November 1995 steht das stattliche Gebäude unter Denkmalschutz. Die Denkmalpflege des Kantons Zug hat die Sanierung eng und intensiv begleitet. Dies mit dem Ziel, die historische Bausubstanz, insbesondere die Gebäudehülle und das Treppenhaus, zu erhalten. In den Umbau hat die Post Immobilien AG nach eigenen Angaben rund 9 Millionen Franken investiert. Der Kanton und die Stadt Zug würden das Projekt mit Beiträgen für die Restaurierung von denkmalgeschützten Bauten unterstützen. (bier)