Schulraum
Chamer Linksparteien stellen Schulstandort in Frage

Für fast 3 Millionen Franken soll das Schulhaus Papieri aufgegleist werden. Die ALG droht mit einem Antrag dagegen.

Kilian Küttel
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Das Papieri-Areal in Cham.

Das Papieri-Areal in Cham.

Bild: Stefan Kaiser (14. September 2020)

«Zahlen und Argumente finden Sie im Anhang.» Am 8. Dezember schrieb Roman Ambühl eine E-Mail, in der er eine Powerpointpräsentation mit drei Folien mitschickt: einer Zahlentabelle, einem Landkartenausschnitt und einer Menge Argumente; jedenfalls aus Sicht der Chamer ALG, der Ambühl vorsteht. Die Partei hinterfragt die Schulraumstrategie des Gemeinderats. Am kommenden Montag entscheidet die Gemeindeversammlung, ob sie einen Projektierungskredit von 2,83 Millionen Franken für das Schulhaus Papieri gewährt.

«In den nächsten Jahren werden wir viel in den Ausbau und die Sanierung von Schulen investieren», sagte Gemeindepräsident Georges Helfenstein kürzlich in unserer Zeitung. Denn in Cham wird es eng. Bis 2034 soll die Gemeinde von 17139 auf über 20000 Einwohner wachsen. Deshalb braucht sie neuen Schulraum – unter anderem auf dem Papieri-Areal, wo 2026 oder 2027 ein neues Schulhaus eröffnet werden soll. Neun Klassen, die modulare Tagesschule sowie eine Turnhalle sollen darin Platz finden. Kostenpunkt: 38 Millionen Franken, wie erwähnt fast 3Millionen für Projektwettbewerb und Projektierung.

Wird es den Schülern zu eng?

Die Vorlage ist bei CVP, GLP, FDP und SVP unbestritten. Widerstand haben die Alternativen angekündigt, Unterstützung kommt von der SP. Links befürchtet, dass es im neuen Schulhaus zu eng wird. Aus Sicht der ALG muss der Standort eine Fläche von 7500 Quadratmetern haben – mindestens. Das Grundstück auf dem Papieri-Areal ist nach Angaben der Gemeinde allerdings nur 5400 Quadratmeter gross. Laut der ALG liegt die «für Schulzwecke nutzbare Fläche neben dem Langhuus» bei höchstens 3500 Quadratmetern. Bei vergleichbarer Schülerzahl blieben nur 22 Quadratmeter Platz pro Schüler – und damit deutlich weniger als in den Schulhäusern Hagendorn oder Röhrliberg.

Auf Anfrage sagt ALG-Präsident Ambühl zum Projekt: «Die Planung für das Schulhaus ist uns zu kurzsichtig.» Deshalb wird seine Partei dem Gemeinderat am Montag die Frage stellen, ob er alternative Standorte geprüft hat. Und sie kündigt bereits einen Rückweisungsantrag an. Roman Ambühl: «Eventuell kommen wir an einer Ehrenrunde nicht vorbei.»

CVP, FDP und SVP stehen hinter dem Gemeinderat

Eine solche wäre für die CVP «fatal», wie sie in einer Medienmitteilung festhält. Derweil schreibt die SVP, sie befürworte die Schulraumstrategie, der Gemeinderat habe aber von «teuren Luxuslösungen» abzusehen. Und FDP-Präsident Tao Gutekunst sagt, man dürfe dem Gemeinderat jetzt «keine Stöcke zwischen die Beine werfen. Er hat eine solide Schulraumplanung vorgelegt, die wir jetzt weiterverfolgen müssen.»