Neue IG in Hünenberg will den Status Quo beim Zythusplatz beibehalten

In Hünenberg sorgt dieses Gebiet immer wieder für Diskussionen. Nun gibt es eine neue IG, die mitredet.

Vanessa Varisco
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Das Zythusareal gleicht einem Dorfplatz und dient vielen Hünenbergern als Treffpunkt. Das findet die kürzlich neu gegründete Interessengemeinschaft Zythusplatz. «Genauso soll es auch bleiben», führt Marie-Theres Annen vom Organisationskomitee das Anliegen der IG aus. Sie präzisiert: «Bei der Erstellung und Gestaltung dieses Gebiets mit Ökihof, kleinem Garten und den dringend benötigten Parkplätzen hat die Gemeinde gute Arbeit geleistet.

Statt das Areal nun zu bebauen, wie immer wieder davon die Rede ist, soll es so erhalten bleiben.» Man sei nicht gegen etwas, sondern für die Aufrechterhaltung eines gelungenen und funktionierenden Konzepts. Ihnen schwebt auch keine Diskussion um Ausnützungsziffern und den Preis für die Wohnungen vor.

Zum Kontext: Der Zythusplatz ist immer wieder Thema reger Diskussionen in der Ennetseegemeinde. Besonders eine mögliche Bebauung des Areals, welches in kantonalem Besitz ist, stösst vielen Anwohnern auf. Bereits zwei IGs haben sich formiert, um sich gegen eine hohe Ausnützungsziffer oder hohe Bauten zu wehren. In diesem Zusammenhang wurden auch bei der Gemeinde Motionen eingereicht. Diverse Informationsanlässe, die seitens der Gemeinde ausgerichtet wurden, konnten die Wogen nicht glätten.

Grundsätzlich gegen eine Bebauung

Die IG Zythusplatz will nun also noch einen Schritt weitergehen und spricht sich ganz grundsätzlich gegen eine Bebauung aus. «Dadurch, dass von der Gemeinde her an den Infoanlässen Modelle möglicher Bebauungen präsentiert wurden, scheint in den Köpfen vieler Hünenberger die Vorstellung verankert, dass dieses Areal bebaut werden muss. Doch dem ist nicht so», beschreibt Daniel Hartmann vom Organisationskomitee die Situation. Dem will die IG entgegenwirken.

Denn im Gespräch mit den Anwohnern sei deutlich geworden, dass sie sich klar gegen eine Überbauung aussprechen würden und für die Beibehaltung des Platzes. «Viele sind jedoch nicht darüber aufgeklärt, dass eine Bebauung nicht zwingend ist und erleben einen Aha-Moment, erzählt man ihnen davon», weiss Marie-Theres Annen von der IG.

Aktuell bewirbt die IG ihr Anliegen mit Flyern und einer Website. Ob künftig weitere Plattformen dazukommen, ist noch offen. Insbesondere auch die jüngeren Generationen will man erreichen, denn:

«Jene betreffen die Entscheide bezüglich des Areals in Zukunft am meisten.»

Inhaltlich ist das Anliegen also klar: Der Zythusplatz soll freibleiben. «Wir verstehen schlicht nicht, weshalb die Gemeinde darauf pocht, dieses Gebiet umzuzonen und zuzuklotzen, obgleich das Gebiet so wie es ist, geschätzt wird», fasst Daniel Hartmann zusammen. Der Zythusplatz sei für jene in der Gemeinde, die im Seegebiet leben, ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität.

Aber auch bezüglich des Vorgehens hat das Organisationskomitee eine klare Vorstellung. «Wir möchten, dass der Gemeinderat noch einmal auf Feld eins beginnt und nicht an jeder Veranstaltung suggeriert, dass der Status quo geändert werden muss.»

Die Vertreter der IG fühlen sich mit ihren Anliegen nicht wahrgenommen und nicht angehört. Mitunter ein Argument, weshalb man sich zur Gründung entschied, sei, dass ihnen an der letzten Gemeindeversammlung vom Dezember 2019 vom Gemeinderat das Wort abgeklemmt wurde. Vertreter der IG versuchten dabei zu begründen, weshalb der bestehende Ökihof beim Zythusplatz bleiben sollte. An der Gemeindeversammlung stimmte man nämlich über das Budget ab, in dem ein Punkt der Planungskredit für den Neubau eines Ökihofs war. «Und weil wir eben oft nicht angehört werden, möchten wir uns mit dieser IG Gehör verschaffen», erklären die Vertreter des OK abschliessend.

Weitere Infos zur IG gibt es www.oeffentliches-interesse.ch.