Leserbrief
Die Energiewende hat Schiffbruch erlitten

Leserbrief «Energiewende – nie gehört», Ausgabe vom 23. Juli

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Der Leserbriefschreiber aus Edlibach glaubt offensichtlich, was ihm die alt Bundesrätin Leuthard, ihre Nachfolgerin Sommaruga, alle anderen Parteien (mit Ausnahme der SVP) und die überwiegende Mehrheit von Journalisten bis zum heutigen Tag als Energiewende verkauft hatten.

Diese Strategie ginge jedoch auch ohne Krieg in der Ukraine nicht auf. Der Ausstieg aus Erdöl, Erdgas und Uran geht auf die industrie- und wirtschaftsfeindliche 68er-Bewegung zurück. Die Schweiz hatte vor der Energiewende praktisch 100Prozent ihrer Elektrizität im Inland selbst produziert, und zwar CO2-frei. In 19 von 20 Wintern konnte die Schweiz sich vollständig selbst mit Strom versorgen.

Dies wurde leichtsinnig aufgegeben, um Nuklear- mit Importstrom (teilweise auch Nuklear) und Erneuerbaren zu ersetzen, was nicht funktioniert. Nach über 20 Jahren und mehreren Billionen Franken an (Fehl-)Investitionen in der Welt machen die fossilen Brennstoffe global noch immer 83Prozent unserer Energie aus, eine Reduktion von weniger als 5Prozent. Weitsichtige Personen mit profunden Kenntnissen haben vor diesem Schritt jahrelang gewarnt.

Frau Leuthard hat dem Volk vorgegaukelt, dass diese Energiewende pro Familie höchstens 40 Franken kosten würde. Wieder einmal wurden die Bürger belogen, wie die heutige Situation zeigt. Noch haarsträubender ist die Tatsache, dass alle Parteien ausser der SVP dieser Energieministerin auf den Leim gegangen sind, ja selbst Economiesuisse marschierte stramm mit – aber in die falsche Richtung.

Das rot-grüne Narrenschiff Utopia mit Kapitän Merkel und Steuermann Leuthard hatte vor Jahren Fahrt aufgenommen, natürlich in die falsche Richtung, mit den pseudobürgerlichen Matrosen an Bord. Jetzt hat es Mastbruch erlitten und treibt steuerlos gegen die Felsklippen zu.

Dass Deutschland nun Schiefergas (wirklich umweltschädlich) aus USA importiert, macht den Bock zum Gärtner. Wenn sich der grüne deutsche Wirtschaftsminister vor den Scheichs in den Staub wirft und um fossile Brennstoffe fleht, so wird das für seine Energieversorgung so erfolgreich sein, wie das Bänke verschieben auf der Titanic.

Zahlreiche weitsichtige Personen haben jahrelang vor dieser Naivität unserer Energiepolitiker gewarnt, aber sie wurden als Ewiggestrige und Neinsager abgekanzelt.

Was in der BRD passiert, ist etwa das Gegenteil dessen, was dort als Energiewende geträumt worden ist. Und in der Schweiz scheint unsere Energieministerin vor einem unlösbaren, selbst verschuldeten Rätsel zu stehen – ohne irgendwelche vertrauenswürdige Antwort darauf. Im Winter können dann unsere Weltverbesserer frierend in ihren dunklen Wohnzimmern darüber nachdenken, warum ihre Pläne mit ihrer Planwirtschaftsideologie grandios gescheitert sind – auch in Edlibach.

Felix Zulauf, Zug