Leserbriefe
Jetzt braucht es weitsichtige Lösungen

«Fluris Forderung ruft Kritiker auf den Plan – von links bis rechts», Ausgabe vom 23.Juli

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Menschen, welche sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen wollen, sollen bei diesbezüglicher Krankheit von gewissen Versicherungsleistungen nach KVG ausgeschlossen werden. Was heisst das?

In Konsequenz und Analogie müssten sämtliche Versicherungsleistungen gekürzt werden, welche als Folge von freiwillig riskierten Unfällen oder Krankheiten fällig werden. Konkret betrifft dies jährlich Hunderte Millionen Franken, welche uns die Unfälle im Profi- sowie Breitensport kosten, insbesondere beim Fussball, Skifahren, Klettern, Gleitschirm fliegen, Töfffahren und Biken.

Zudem betrifft es klar alle Krankheiten, welche durch angefressenes Übergewicht, durch Bewegungsmangel, Rauchen und Konsum von übermässig Alkohol sowie Lifestyle-Drogen – alles ist ursächlich belegt – entstehen. Deren Kosten in Milliardenhöhe werden jährlich via Krankenkassen-Prämien auf die Allgemeinheit überwälzt. Somit müssten diese Menschen schon längst höhere Prämien zahlen als eigenverantwortlich und gesund Lebende (Verursacher-Prinzip). Oder sie müssten von Versicherungsleistungen ausgeschlossen werden. Aber für viele Leute würden so medizinische Behandlungen verunmöglicht, wenn diese niemand bezahlt. Gesundheit darf nicht nur vom Reichtum abhängen.

Und schliesslich: Die Skepsis bezüglich Covid-19-Impfungen ist sehr wohl begründet: Wer bezahlt bei künftigen, heute nicht ausschliessbaren Impf-Folgeschäden? In den Augen der FDP wohl kaum der Staat! Und die Impfstoff-Hersteller lehnen bekanntlich a priori jegliche Haftung ab. In Israel steigen Infektionen wieder rasant an– sogar bei Geimpften! Wer beweist uns, dass die ganze Impferei nicht auch mit den heutigen «Zivilisationserkrankungen» zusammenhängt? Wissen Sie übrigens, dass jeden Winter viele gegen Grippe Geimpfte klagen, sie seien trotz Impfung krank geworden?

Ich appelliere an die Politik, faire und weitsichtige Lösungen zu liefern und nicht den Zweihänder hervorzuholen. Letztere Art ist weder schweizerisch noch zielführend. Eine einfache Lösung gibt es leider nicht.

Ueli Krasser, Hagendorn


Kluge Ideen sind gefragt, um die (un)heile Welt zu retten! Der Ruf nach höheren Krankenkassenprämien für Impf-Verweigerer macht an verschiedenen Orten die Runde. Christoph Bopp von der (chmedia.ch) meint in der Samstagsausgabe, dass man mit der Impfung beiträgt, Kosten zu vermeiden. Wie will er das wissen? Vielleicht weiss man das in ein paar Jahren. Aber wer wirklich Kosten im Gesundheitssystem vermeiden will, soll sich einen Organspenden-Ausweis zulegen. Ich habe einen.

Ursula Keiser, Zug


Weder Bund noch Krankenkassen kommen für die Kosten für Tests, Impfungen und allfälliger Impf-Nebenwirkungen auf. Wir werden das tun, Sie und ich, das Volk. Als Betriebswirtschafterin wüsste ich gerne, wie hoch die Gewinnmargen der Pharmaindustrie auf diesen Epidemie-Produkten sind, umso mehr als die meisten Entwicklungskosten bereits bezahlt sind. Einige Produkte wurden bereits vor der Pandemie patentiert, das lässt sich im Internet leicht überprüfen. Es ist kaum anzunehmen, dass wir diese Produkte mit Sonder- oder Mengenrabatt erhalten.

Die Pharmaindustrie Schweiz hat 2018 (gemäss Bericht Switzerland Global Enterprise – Quelle: Interpharma) für 88,4 Milliarden Franken Produkte exportiert. Dies entspricht rund 38 Prozent aller Schweizer Exporte, womit sie in der Schweiz eine wahre Machtposition hat. Für 24 aufgelistete Mitgliederfirmen (nicht alle also) betrug der Umsatz in der Schweiz 3,8 Milliarden Franken. Die Wertschöpfung der Pharmaindustrie übertraf diejenige der Schweizer Gesamtwirtschaft um mehr als das Siebenfache! Die Gewinnmarge wird nicht publiziert.

Die 10 grössten Krankenkassen in der Schweiz haben 2019 über 30 Milliarden Franken Prämien einkassiert. Die Assura berichtet in ihrem konsolidierten Geschäftsbericht 2019, dass der Anteil an Generika an den verkauften Produkten in der Schweiz 20 Prozent beträgt während er in Deutschland und in Grossbritannien bei 80 Prozent liegt. Kommt dazu, dass die Arzneimittel in der Schweiz teurer sind als in den meisten übrigen europäischen Ländern. Im oben erwähnten Bericht von Switzerland Global Enterprise wird zudem berichtet, dass das hoch entwickelte Gesundheitswesen in der Schweiz ideale Rahmenbedingungen bei der Einführung von Medikamenten als Test- und Absatzmarkt bildet. Oder anders ausgedrückt «eignet sich die Schweiz hervorragend als strategischer Versuchsmarkt bei der Einführung neuer Medikamente». Wie sind solche Aussagen genau zu verstehen? Finanziert die Schweizer Bevölkerung Pharma-Entwicklungskosten? Vielleicht kann uns das Bundesrat Berset erklären.

Die Pandemie hat nicht wie befürchtet Hunderttausende von Toten gebracht (mein Mitgefühl ist bei jenen, die Menschen verloren haben). Wäre es nicht an der Zeit, die wirklichen Herausforderungen anzugehen, da das aktuelle Medikamenten-System die Umschichtung von arm zu reich weiter verstärkt?

Pharma und Swissmedic werden kaum an einer Senkung der Medikamentenkosten, an Alternativmedizin oder an Generika interessiert sein. Swissmedic wird hauptsächlich von den Pharmaunternehmen finanziert (die Pharmafirma bezahlt die Zulassung, die Kunden-Abhängigkeit ist offensichtlich), zu einem geringen Teil vom Bund.

Maja Sigg, Zug