Gesundheit
Strategie zur Suizidprävention: Kanton Zug setzt neue Schwerpunkte

Die Zuger Gesundheitsdirektion will die Hilfe für Personen in Krisen ausbauen und die Nachsorge Suizidgefährdeter verbessern.

Drucken

In der Schweiz ereignen sich jährlich mehr als tausend Suizide. Schätzungen zufolge liegt die Zahl der Suizidversuche mit mehr als 33’000 pro Jahr um ein Vielfaches höher. Im Kanton Zug wurden vor mehr als zehn Jahren erstmals Massnahmen zur Suizidprävention kantonal koordiniert und umgesetzt.

Der Kanton Zug setzt neue Schwerpunkte in der Suizidprävention.

Der Kanton Zug setzt neue Schwerpunkte in der Suizidprävention.

Symboldbild: Roos Koole/Moment RF

Auch dank dieser Massnahmen liegt die Zahl der Suizide im Kanton Zug deutlich unter dem schweizweiten Durchschnitt. Dies geht aus einer Mitteilung der Gesundheitsdirektion hervor. Im Rahmen eines Legislaturziels hat eine breit zusammengestellte Projektgruppe die Suizidprävention nun grundlegend überarbeitet und neue Schwerpunkte definiert.

Schwerpunkte bei Krisen und der Nachsorge

Anlässlich des Welttags zur Suizidprävention veröffentlicht die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug ihre neue Suizidpräventionsstrategie. Mit vier strategischen Schwerpunkten sollen Suizide im Kanton auf einem Minimum gehalten und ein Anstieg verhindert werden:

  • Die Hilfe für Personen in Krisen wird verbessert. Dazu wird die psychiatrische und somatische Notfallversorgung optimiert.
  • Nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik wird der Übertritt von der stationären in die ambulante Betreuung und Behandlung verbessert. Dazu wird ein Fokus auf die Koordination zwischen den verschiedenen medizinischen Institutionen und Leistungserbringern gelegt.
  • Das bestehende kantonale Suizidmonitoring wird durch die systematische Erfassung von Suizidversuchen ausgebaut. Hier wird künftig ein Forschungsprojekt Daten für die Prävention zur Verfügung stellen.
  • Mit Projekten in der Prävention und Gesundheitsförderung wird ein Fokus auf die Förderung der psychischen Gesundheit sowie die Früherkennung von psychischen Erkrankungen gelegt.

«Die neue Strategie zur Suizidprävention nimmt aktuelle Entwicklungen auf und trägt dazu bei, dass der Kanton Zug weiterhin eine tiefe Suizidrate haben wird», wird der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister in der Mitteilung zitiert. Die konkrete Umsetzung dieser Handlungsfelder wird nun in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Leistungserbringern angegangen.

Die vorliegende Strategie ist das Resultat einer Zusammenarbeit verschiedener involvierter Stellen. In der Projektgruppe waren Vertretungen von Institutionen, Verbänden und Fachgruppen aus der Psychiatrie, somatischen Medizin und Psychologie sowie aus dem Bereich des Sozialen vertreten. Zudem wurden Exponentinnen und Exponenten aus dem Schulwesen und der Polizei zur Unterstützung beigezogen. (haz)