Die Organisatoren hatten keinen Aufwand gescheut: Das Seifenkistenrennen zur Eröffnung der Tangente Zug/Baar war ein grosser Erfolg.
Es war eine für Seifenkisten ideale Rennstrecke mit dem Start unmittelbar vor dem Tunnel und dem Zieleinlauf in der Ebene. Der Parcours war mit Hindernissen so angelegt, dass auch Neulenker in ihren selbst gebauten Boliden sicher ans Ziel kamen.
Die Organisatoren hatten keinen Aufwand gescheut und eine professionelle Infrastruktur aufgebaut. So musste allein für die insgesamt 55 Seifenkisten, die an zwei Tagen je sechs Läufe absolvierten, ein enger Zeitplan erstellt werden. Dies nicht zuletzt deshalb, weil nach zehn Läufen die Rennmobile wieder an den Start gezogen werden mussten. Im Weiteren wurde das Geschehen von einem Speaker kommentiert und per Livestream übertragen.
Wie es sich für einen solchen Anlass gehört, wurde auch eine Festwirtschaft aufgebaut, die zeitweise mehr Gäste hätte bewirten können. Er war mehr als ein Wermutstropfen, dass die Bevölkerung wegen Corona nicht an diesem einmaligen Ereignis teilnehmen konnte.
«Wir sind glücklich, dass wir das Rennen überhaupt starten konnten, zumal eine Verschiebung nicht möglich war», sagte die OK-Chefin Kathrin Sonderegger angesichts der bescheidenen Zahl von Zuschauern entlang der Strecke. Zugelassen waren nur berechtigte Personen, die sich mit einem Badge ausweisen konnten. Zur Überprüfung standen an den neuralgischen Punkten Mitglieder der Securitas im Einsatz.
Die Entwicklung der Pandemie sei eine grosse Herausforderung gewesen für die Planung, sagte Rennchef Gregor Imholz. Als «höchst erfreulich» bezeichnete er die Bereitschaft der Schulen mitzumachen und das grosse Interesse in der Bevölkerung. Zum Einsatz kamen die Schulklassen in den Gemeinden, die am unmittelbarsten von der Tangente profitieren, nämlich Zug, Baar, Neuheim, Menzingen sowie Ober- und Unterägeri.
Für den Bau der Seifenkisten standen Bausätze für ein einheitliches Modell zur Verfügung, das individuell bemalt und mit einem Namen versehen werden konnte. Die Idee dazu musste jedoch von den Schülern kommen, wie Markus Bürgler erklärte. Er hat als Fachlehrer den Bau von fünf Seifenkisten an der Oberstufenschule Sennweid in Baar begleitet. Aus den einzelnen Klassen wurden Freiwillige ausgewählt, die sich für die Montage bereiterklärten. Auch die Auswahl der Lenkerin oder des Lenkers aus der Gruppe sei problemlos verlaufen, sagte Joleen Berg nach der ersten erfolgreichen Abfahrt mit ihrer Seifenkiste namens «Speedy Gonzales». Wenn ein Mitglied das Gefährt nach dem Rennen behalten will, ist das möglich. Sonst wird es im Internet auf www.ricardo.ch zur Versteigerung ausgeschrieben.
Gefahren wurde in zwei Kategorien. Eine für die Unterstufe, das heisst die 1. bis 4. Klasse, und eine für die Oberstufe der 5. bis 9. Klasse. Aus den sechs Läufen, die jedes Mobil absolvierte, wurde der Durchschnitt der Bestzeit ermittelt. Dieser ergab dann je drei Sieger pro Kategorie, die mit einem Pokal geehrt werden. Die Siegerboliden heissen wie folgt: Kategorie 1. bis 4. Klasse– 1. Rang: Gepard, Baar; 2.Rang: Planet-Flitzer, Unterägeri; 3. Rang: Die grosse Flamme, Unterägeri. Kategorie 5. bis 9. Klasse – 1. Rang: Green Star, Baar; 2. Rang: Lord Meten & 1459 Mobil, Baar; 3. Rang: Schluck Heimat, Baar.
Die Siegerehrung findet im Rahmen der offiziellen Eröffnung der Tangente am kommenden Donnerstag durch den Zuger Baudirektor Florian Weber statt. Geehrt wird dann auch die Seifenkiste, die per Publikumswahl zur kreativsten erkoren wurde.