Kanton Uri
Finanzstatistik von 2021 zeigt auf, wie es um die Urner Gemeinden steht

Die Kennzahlen geben Einblick in die finanzielle Lage der Urner Gemeinden. Die sieht bei den meisten gut aus, lediglich Bürglen, Hospental und Seelisberg haben ein Minus eingefahren.

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Der Aufwand aller Urner Einwohnergemeinden hat im vergangenen Jahr um 2,456 Millionen Franken auf insgesamt 125,7 Millionen Franken zugenommen. Das geht aus der Gemeindefinanzstatistik hervor, die der Kanton Uri veröffentlicht hat.

Die ordentlichen Abschreibungen betragen 8,365 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es 8,082 Millionen Franken. Der Ertrag aller Gemeinden beläuft sich auf 144,4 Millionen Franken, das sind 3,478 Millionen Franken oder 2,47 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Demzufolge haben verschiedene Gemeinden nebst zusätzlichen Abschreibungen von 7,617 Millionen Franken Einlagen in Fonds und Spezialfinanzierungen im Wert von 964'000 Franken, sowie Einlagen in Eigenkapital im Wert von 313'000 Franken vorgenommen.

Die meisten Urner Gemeinden schliessen positiv ab

Insgesamt 15 Gemeinden konnten ihre Erfolgsrechnung mit einem Ertragsüberschuss von total 1,779 Millionen Franken abschliessen. Drei Gemeinden mussten einen Aufwandüberschuss von total 304'000 Franken verbuchen. Es sind dies Bürglen, Hospental und Seelisberg. Die Gemeinde Altdorf wies ein ausgeglichenes Ergebnis aus. Das Gesamtergebnis aller Gemeinden beläuft sich auf einen Ertragsüberschuss von 1,475 Millionen Franken (Vorjahr: 1,842 Millionen Franken).

Gesamthaft konnten die Gemeinden Steuern und Anteile an Kantonseinnahmen von 83,3 Millionen Franken (Vorjahr: 81,1 Millionen Franken) als Ertrag verbuchen. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Anteil beträgt 2240 Franken und ist gegenüber dem Vorjahr um 44 Franken gestiegen. Die Pro-Kopf-Anteile liegen zwischen 1332 Franken (Isenthal) und 4688 Franken (Realp).

Selbstfinanzierungsgrad und Nettoguthaben gestiegen

Im vergangenen Jahr hat die Investitionstätigkeit in den Urner Gemeinden gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Die Bruttoinvestitionen betrugen 17,1 Millionen Franken (Vorjahr: 22,1 Millionen Franken). Nach Abzug der Einnahmen von Bund, Kanton und Dritten verbleiben den Gemeinden Nettoinvestitionen von 13,4 Millionen Franken (Vorjahr: 17,6 Millionen Franken), welche mit Ausnahme der Beteiligungen und Darlehen in den kommenden Jahren abzuschreiben sind. Der Selbstfinanzierungsgrad der Nettoinvestitionen lag 2021 bei 133,9 Prozent (Vorjahr: 89,1 Prozent).

Die Nettoschuld II – also das Verwaltungsvermögen abzüglich Darlehen, Beteiligungen und Eigenkapital – betrug 2021 gesamthaft 10,3 Millionen Franken und stellt damit ein Nettoguthaben dar. Das durchschnittliche Nettoguthaben pro Kopf beträgt 276 Franken (Vorjahr: 121 Franken). 14 Gemeinden können ein Nettoguthaben je Einwohner ausweisen. Bei den übrigen Gemeinden schwankt die Nettolast pro Kopf zwischen 36 (Andermatt) und 6658 Franken (Göschenen).

Höhere Kosten für Schülerinnen und Schüler

Das Nettoergebnis des Bereichs Bildung beträgt im Jahr 2021 49,3 Millionen Franken, 3,9 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Dabei sei zu beachten, dass zusätzliche Abschreibungen oder Einlagen in Vorfinanzierungen von 1,2 Millionen Franken vorgenommen wurden (Vorjahr: 1,7 Millionen Franken), heisst es in der Mitteilung dazu.

Die Kosten je Schülerin und Schüler liegen zwischen 9942 (Attinghausen) und 25'608 Franken (Göschenen). Der Durchschnitt je Schülerin oder Schüler beträgt 12'898 Franken (Vorjahr: 11'911 Franken). Ohne zusätzliche Abschreibungen oder Einlagen in Vorfinanzierungen beträgt der Durchschnittswert 12'589 Franken (Vorjahr: 11'475 Franken). Die Schülerzahl lag 2021 bei 3822 leicht über dem Vorjahr (3810).

Diese Kennzahlen werden gemäss Mitteilung «stark beeinflusst» von der Anzahl Schülerinnen und Schülern in den Gemeinden, den Klassengrössen, der Altersstruktur der Lehrpersonen, dem Aufwand für den Unterhalt der Schulliegenschaften, allfälligen zusätzlichen Abschreibungen und so weiter.

Der Nettoaufwand für die stationäre Langzeitpflege beträgt 10,2 Millionen Franken (Vorjahr: 6 Millionen Franken), was einem Aufwand von 273 Franken pro Kopf entspricht (Vorjahr: 163 Franken). «Der starke Anstieg des Aufwands dürfte im Wesentlichen auf die geänderten gesetzlichen Bestimmungen bei Beiträgen an die Restfinanzierungen zurückzuführen sein», heisst es in der Mitteilung des Kantons dazu. (pd/eca)