Kanton
Polizei ist alarmiert: Am Urnersee besteht sehr grosse Hochwassergefahr

Der Pegel des Urnersees ist hoch, liegt aber unter dem Stand des Jahrhunderthochwassers 2005. Dagegen hat sich die Lage an den Fliessgewässern entspannt. Es scheint, als würde der Kanton Uri die angespannte Situation mit einem blauen Auge überstehen.

Anian Heierli
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In Hünenberg droht der Reussdamm zu brechen, das Quartier Ried in Giswil steht unter Wasser und auch der Dorfplatz in Stansstad ist überschwemmt. Dagegen scheint der Kanton Uri mit einem blauen Auge davonzukommen. Zwar gilt auch hier für das Ufergebiet des Urnersees sehr grosse Überschwemmungsgefahr (Stufe 5) und der Pegel ist hoch. Er liegt aber unter der Hochwasserkote von 2005.

Rund um den Urnersee besteht sehr grosse Hochwassergefahr (Stufe 5).

Rund um den Urnersee besteht sehr grosse Hochwassergefahr (Stufe 5).

Bild: Anian Heierli (Seedorf, 15. Juli 2021)

«Die Hochwassersituation im Kanton Uri hat sich in der Nacht auf Donnerstag vor allem bei den Fliessgewässern weiter entspannt», sagt Gusti Planzer, Sprecher der Kantonspolizei. «Der Pegel der Reuss ist stark gesunken. Das Niveau ist deutlich tiefer als noch am Dienstag.» Entlang des Flussufers gilt aber weiterhin erhebliche Gefahr (Stufe 3). Bis Redaktionsschluss waren alle Hauptverkehrsrouten inklusive Alpenpässe offen. Planzer dazu:

«Die Situation ist derzeit stabil. Für die nächsten Stunden ist mit weiteren Niederschlägen zu rechnen, diese sind jedoch gemäss Prognosen weniger ergiebig.»

Dennoch sind die Feuerwehren an vereinzelten Punkten im Einsatz. Sie führen Kontrollfahrten durch, übernehmen Massnahmen für den Hochwasser- und Uferschutz und leisten Pumpeinsätze – unter anderem in Kellern und Garagen.

Laut Planzer sind der Polizei auch keine grösseren Sturz- und Rutschereignisse bekannt. Nur vereinzelt ging Material ab, das aber weder Siedlungsgebiete noch Hauptverkehrsachsen getroffen hat. Zum Schutz der Urner Bevölkerung und deren Lebensgrundlagen stehen im Verbundsystem die Urner Feuerwehren, die Chemiewehr, das Amt für Bevölkerungsschutz, das Amt für Tiefbau, der Betrieb Kantonsstrassen, das Amt für Betrieb Nationalstrassen, die Abteilung Naturgefahren sowie die Kantonspolizei im Einsatz.

Hinweis

Die Einsatzkräfte bitten unbefugte Personen, die Absperrungen und Signalisationen zu beachten. Bleiben Sie dem Gefahrenbereich fern. Informieren Sie sich via App Alertswiss über aktuelle Meldungen zu Strassensperrungen, Wetterwarnungen oder sonstigen Beeinträchtigungen im Urner Kantonsgebiet.