Corona
In Uri steigen die Coronafallzahlen – Regierung diskutiert Verschärfungen

Die Fallzahlen und die Belegung des Kantonsspitals Uri lösen Besorgnis aus. Am Montag wird die Urner Regierung allfällige verschärfte Massnahmen bekanntgeben.

Chiara Z'Graggen
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«Die epidemiologische Lage im Kanton Uri ist nach wie vor von hohen Fallzahlen geprägt», schreibt die Urner Regierung in einer Mitteilung. «Der Regierungsrat verfolgt die Entwicklung der Fallzahlen und die steigende Belegung der Intensivstation des Kantonsspitals mit Besorgnis.» Mit den umliegenden Spitälern sei man im engen Austausch. «Im Fall von fehlenden Spitalkapazitäten müssen Patientinnen und Patienten im Rahmen der bisher gepflegten Zentralschweizer Zusammenarbeit unter den Spitälern in umliegende Kantone verlegt werden können.»

Die Regierung hat sich am Freitag mit verschärften Massnahmen auseinandergesetzt, die im Fall von anhaltend hohen Fallzahlen und einem damit verbundenen Engpass bei den Spitalkapazitäten in Kraft gesetzt würden. «In den kommenden Tagen werden entsprechende Massnahmen konkretisiert und beschlossen», so die Regierung. Am kommenden Montag wird der Regierungsrat über die ergriffenen Massnahmen informieren.

Verwaltung setzt auf Massentests

Bereits beschlossen hat der Regierungsrat, sämtlichen Mitarbeitenden der Kantonsverwaltung flächendeckend repetitive Covid-19-Tests anzubieten. «Die Teilnahme der Mitarbeitenden der Kantonsverwaltung am Testprogramm ist freiwillig, wird aber dringend empfohlen», so die Regierung. Mit der erweiterten Teststrategie verfolgten der Bund und die Kantone Ansätze, um möglichst viele Ansteckungen mit dem Coronavirus frühzeitig zu erkennen und somit Übertragungsketten zu unterbrechen, führt die Urner Regierung aus.

Die Regierung ruft Urner Unternehmen dazu auf, es der Verwaltung gleichzutun und solche repetitiven Tests durchzuführen. Dies tun bereits 43 Betriebe und Institutionen in Uri. Die Kosten der Laboranalyse der repetitiven Testung werden vom Bund übernommen. Der testende Betrieb ist für die korrekte Entnahme des Testmaterials bei den Testpersonen, für die sichere Verpackung, Etikettierung und Lagerung des Materials bis zur Übergabe ans Labor verantwortlich.

Selbsttests für Gesunde

Seit zwei Tagen werden schweizweit Selbsttests in Apotheken abgegeben. Pro Person sind gegen Vorweisung der Krankenversichertenkarte fünf Tests gratis erhältlich. Der Sonderstab ruft dazu auf, diese Selbsttests nur anzuwenden, wenn man keine Symptome hat. Treten Coronasymptome (Kopfweh, Gliederschmerzen, Müdigkeit) auf, ist umgehend ein Testtermin im Testzentrum des Kantonsspitals (041 875 50 50) zu vereinbaren.

Wie der Sonderstab des Kantons Uri am Freitagmorgen bekanntgab, gibt es im Kanton Uri 212 aktive Fälle von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen, 313 Personen befinden sich in Quarantäne (Stand Donnerstag). Neun Personen sind hospitalisiert, drei davon müssen auf der Intensivstation gepflegt werden. Bei den Covid-Patienten im Spital handelt es sich vorwiegend um Personen zwischen 50 und 70 Jahre, bei denen teils schwere Symptome auftreten. Der Sonderstab appelliert insbesondere an Personen dieser Altersgruppe, die Eigeninitiative hochzuhalten, die Hygienevorschriften strikt zu befolgen und die geschäftlichen und privaten Kontakte auf das notwendige Minimum zu beschränken. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 41 Verstorbenen seit Beginn der Pandemie.

Interessierte Betriebe können das Antragsformular für repetitive Tests unter https://www.ur.ch/themen/2929 herunterladen.