Obwalden
Angehende Köchinnen und Köche betrieben Foodtruck in Sarnen und stiessen damit auf Anklang

Berufsfachschule mal anders. In Sarnen betrieben die angehenden Köche aus Ob- und Nidwalden vergangene Woche einen Foodtruck. Und machten dabei wertvolle Erfahrungen für ihre Zukunft.

Daniel Schwab, Apimedia
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Die Lernenden des 3. Lehrjahres kochten am Mittwoch eine Asiapfanne.

Die Lernenden des 3. Lehrjahres kochten am Mittwoch eine Asiapfanne.

Bild: Apimedia/PD

Praktische Erfahrung sammeln Berufslernende hauptsächlich im Lehrbetrieb und in überbetrieblichen Kursen. Dass auch der Unterricht an der Berufsfachschule sehr praxisbezogen sein kann, bewies diese Woche Fachlehrer Kurt Wittwer mit seinen 45 angehenden Köchen. Während drei Tagen betrieben die Lernenden des 1. bis 3. Lehrjahres vor dem BWZ Obwalden eigenverantwortlich einen Foodtruck.

«Sie sollten erfahren, was es heisst, Mahlzeiten für eine grössere Anzahl Personen zu planen und zuzubereiten, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren», so Wittwer. Im Vorfeld sammelten die Lernenden – unter Federführung der Abschlussklasse – Ideen für Menus, schrieben Rezepte, kauften ein und rührten parallel dazu die Werbetrommel.

Eine der grössten Herausforderungen war gemäss Wittwer die Preiskalkulation. «Einerseits weil die Erfahrung darin fast gänzlich fehlte, andererseits weil die Preise der umliegenden Konkurrenz, insbesondere Kebab-Laden, Pizza-Restaurant und Avec-Shop, in die Überlegungen mit einbezogen werden mussten.»

Zwischen Älplermagronen und Asiapfanne

Vergangene Woche war es nun so weit. Von Dienstag bis Donnerstag warteten in der Znünipause Sandwiches, Kleingebäck und süsse Leckereien auf hungrige Kundschaft, am Mittag standen Älplermagronen, eine Asiapfanne oder Penne auf dem Menuplan. Daneben gabs Burger, Pommes und Salat, immer begleitet von einem selber gemachten, erfrischenden Eistee.

Die Kochkünste der Lernenden fanden sichtlich Anklang. Zum Zmittag kamen täglich zwischen 50 und 100 Personen – vorwiegend Lehrpersonen und Lernende des BWZ, aber auch Mitarbeitende aus der benachbarten kantonalen Verwaltung. Einen solchen Andrang hätte Stefanie Röthlin niemals erwartet. Die 18-jährige Melchtalerin aus dem 3. Lehrjahr war für die Kasse zuständig und durfte neben den ordentlichen Einnahmen einiges an Trinkgeld entgegennehmen. Rückblickend bezeichnete sie das Projekt als «coole Erfahrung und willkommene Abwechslung im Schulalltag». Jenis Vogler (17) aus Kerns, die ihre Lehre im Altersheim absolviert, freute sich über die Möglichkeit, einen Blick in einen komplett anderen Bereich des Kochens werfen zu dürfen.

Einer Zweitauflage steht nichts im Weg

Ob das Projekt – nach Abzug der Auslagen für Materialeinkäufe und Truck – letztlich rentiert hat, soll die Nachkalkulation ergeben, die demnächst von den Lernenden des 3. Lehrjahres durchgeführt wird. Kurt Wittwer: «Bleibt am Ende etwas übrig, werde ich die Lernenden zu einem Umtrunk und bestenfalls zu einem kleinen Imbiss einladen.» Wie auch immer: Einer zweiten Auflage des Projekts Foodtruck steht gemäss Wittwer nichts im Weg.