Kehrsiten: Angebote für Schiff-Shuttle gesucht

Während der Sanierung muss die Kehrsitenstrasse ab November 2019 für über ein Jahr komplett gesperrt werden. Der Transport von Personen und Gütern erfolgt dann per Schiff. Demnächst wird der Auftrag ausgeschrieben.

Philipp Unterschütz
Drucken
Schon 2014 wurde eine «Wasserstrasse» eingerichtet – dies, weil ein Felsblock oberhalb der Kehrsitenstrasse abgebaut werden musste. (Bild: Archivbild: Corinne Glanzmann)

Schon 2014 wurde eine «Wasserstrasse» eingerichtet – dies, weil ein Felsblock oberhalb der Kehrsitenstrasse abgebaut werden musste. (Bild: Archivbild: Corinne Glanzmann)

Sofern das Baubewilligungsverfahren wie geplant verläuft, fahren im November 2019 die Baumaschinen an der Kehrsitenstrasse auf. Für die Sanierungsarbeiten muss die Strasse aufgrund der Platzverhältnisse gut ein Jahr lang komplett gesperrt werden. Die Zufahrt nach Kehrsiten ist damit abgeschnitten. Der Kanton muss daher nicht nur die eigentlichen Bauarbeiten planen, sondern auch die Transportmöglichkeiten für die rund 300 Bewohner organisieren.

Kürzlich hat die Baudirektion den Gemeinderat Stansstad über das weitere Vorgehen informiert. Während der Zeit der kompletten Strassensperrung werden Personen- und Gütertransporte mit Schiffen abgewickelt. Die genauen Details sind noch nicht bereinigt, man sei daran eine Ausschreibung zu erarbeiten, erklärt Kantonsingenieurin Stephanie von Samson auf Anfrage. «Diese soll nach Mitte September erfolgen und bis Anfang November dauern.» Die Ausschreibung werde einen Shuttle-Dienst von Kehrsiten nach Stansstad für Personen und Kleingüter des täglichen Bedarfs während der voraussichtlich einjährigen Bauzeit umfassen. Ausserhalb der Pendlerzeiten sollen nach Möglichkeit auch Velos mitgeführt werden können. Gefahren werden soll im Stundentakt, abgestimmt auf den Zugfahrplan der Zentralbahn. «Es ist zudem angedacht, dass zusätzlich ein Lastschiff für Transporte bis 3,5 Tonnen angeboten wird», so Stephanie von Samson weiter.

Gegenseitiges Verständnis wird gefragt sein

Die Benutzung des Shuttle-Dienstes soll für die Bevölkerung kostenlos sein. Voraussichtlich nicht einbezogen in das kostenlose Transportkonzept werden die regulären Kursschiffe der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees, respektive deren Bürgenstock-Shuttle nach Luzern. Für die Autos der Einheimischen sollen in Stansstad – ebenfalls kostenlos – nach Möglichkeit Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Die Ausschreibung für die Personentransporte erfolgt laut Stephanie von Samson aber erst nach der öffentlichen Orientierungsversammlung für die Kehrsitener Bevölkerung am 17. September im Gemeindesaal Stansstad. Dort wird das genaue Transportkonzept wie auch kurz das Bauprojekt vorgestellt und die Einheimischen haben Gelegenheit, Anmerkungen anzubringen. Es sei also möglich, dass sich durch den Anlass noch kleinere Anpassungen an der Ausschreibung ergeben. «Es ist für alle Beteiligten keine einfache Situation, wir sind alle auf gegenseitiges Verständnis angewiesen», betont die Kantonsingenieurin. Man werde auch versuchen, dass die Strasse jeweils über Feiertagsperioden wie Weihnachten/Neujahr, Pfingsten oder Ostern geöffnet werde, sofern dies der Stand der Arbeiten zulasse.

Bei Notfällen schnell eingreifen können

Die Gemeinde Stansstad erarbeitete in den letzten Jahren ein Notfallkonzept für Ereignisse auf der Kehrsitenstrasse. Dieses Konzept wird für die anstehende Strassensperrung angepasst, so dass bei Notfällen die Interventionskräfte wie beispielsweise Blaulichtorganisationen gezielt eingreifen können. Das 16,4 Millionen Franken teure Sanierungsprojekt erstreckt sich vom General-Guisan-Quai in Stansstad bis zur Kapelle Kehrsiten. Der Steinschlagschutz und die Verkehrsqualität sollen damit verbessert werden, Schutzeinrichtungen für Amphibien gebaut und die Strasse instand gesetzt werden.

Im Juni 2017 hatte der Landrat das Vorhaben einstimmig genehmigt. Die Nidwaldner Baudirektion hat im November darauf die Projektierung und Bauleitung für die Instandsetzung und für den Ausbau der Strasse an die IG Fürigen vergeben. Diese besteht aus dem Berner Ingenieurbüro Kissling + Zbinden AG sowie der Bigler AG in Altdorf. Zurzeit wird das Auflageprojekt erstellt. Im Januar 2019 soll die öffentliche Planauflage des Bauprojektes erfolgen und daraufhin das Bewilligungsverfahren und die Ausschreibung der Bauarbeiten gestartet werden.