SCHALANDER: «Luzerner kurbeln Zürcher Wirtschaft an»

Beim Empfang der diesjährigen Luzerner Fasnachtsgewaltigen gabs deftige Reden sowie zünftige Seitenhiebe an Luzerns Finanzdirektor Schwerzmann – und den grossen Kanton im Norden.

Drucken
Luzerns Fasnachtsgewaltige (von links): Gallivater Jörg Küchler, Fidelitas-Dominus Michael Mathis, Wey-Zunftmeister René Najer, LFK-Präsident Patrick Hauser, Fritschivater Rolf Willimann und Maskenliebhaber-Präsident Linus Gähwiler. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 9. Januar 2017))

Luzerns Fasnachtsgewaltige (von links): Gallivater Jörg Küchler, Fidelitas-Dominus Michael Mathis, Wey-Zunftmeister René Najer, LFK-Präsident Patrick Hauser, Fritschivater Rolf Willimann und Maskenliebhaber-Präsident Linus Gähwiler. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 9. Januar 2017))

Traditionsgemäss lud die Brauerei Eichhof am Montagabend das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) zur Begrüssung der neuen Zunftmeister und Fasnachtsgewaltigen sowie zum Einläuten des Fasnachtsjahrs 2017 ein. Dabei gings wie gewohnt turbulent und handfest zu – zumindest verbal. Der diesjährige Luzerner Wey-Zunftmeister René Najer dementierte in seiner Rede eine Aussage, die Luzerns Finanzdirektor Marcel Schwerzmann kürzlich gemacht habe. «Dass mich meine Nachbarn hinter dem Duschvorhang singen hören, wie Schwerzmann behauptet, stimmt nicht», erklärte Najer mit ernster Miene. Die versammelte Fasnachtsprominenz quittierte es mit tosendem Beifall und Gelächter.

Najer ist beruflich in führender Position bei der Groupe-Mutuel- Versicherung in Zürich tätig. Darauf anspielend, sagte er: «Ich kurble seit 20 Jahren die Zürcher Wirtschaft an – wie 10000 andere Luzerner auch.» Und was machen die Zürcher? «Die Hälfte von ihnen ist mit der Gepäck­abfertigung am Flughafen Zürich beschäftigt, die andere Hälfte arbeitet als Parfümerieverkäufer an der Bahnhofstrasse. Die hochwertigen Jobs machen wir Luzerner.» Päng! Auch dieser freche Seitenhieb an die Adresse des grossen nördlichen Kantons sass.

Der Unterschied zwischen Bier und Fasnacht

An Najers Inthronisation als Wey-Zunftmeister am Samstag war auffällig viel nationale Prominenz anwesend, unter anderen Nationalratspräsident Jürg Stahl und SBB-Chef Andreas Meyer (Ausgabe von gestern). «Mit Andreas Meyer bin ich seit langem befreundet, Jürg Stahl ist ein Ar­beitskollege», sagte Najer dazu. Er hats mit Letzterem – einem Zürcher – also nicht schlecht.

Auch sonst gabs im sogenannten Schalander-Saal in der Eichhof-Brauerei gestern Abend einiges zu schmunzeln. «Bier gibt es seit 4000 bis 10000 Jahren», sagte LFK-Präsident Patrick Hauser. Luzerns Fasnacht sei zwar nicht ganz so alt, aber mindestens ebenso wichtig. Apropos: Gewichtige Neuerungen sind an der Fasnacht 2017 gemäss Hauser nicht zu erwarten. Einzig am Fasnachtsmäärt werden ein paar Markthäuschen umplatziert, um die aus Sicherheitsgründen geforderte Freihaltezone zu vergrössern. Wie schon im letzten Jahr wird auf eine Jurierung bei den grossen Umzügen verzichtet.

Fasnacht nach bewährtem Rezept

Rolf Willimann, diesjähriger Zunftmeister der Zunft zu Safran und Fritschivater, ist als langjähriger LFK-Geschäftsführer ein alter Hase in der Fasnachtsszene. Auch er versprach, die Luzerner Fasnacht 2017 werde nach bewährtem Rezept durchgeführt. Zusammen mit seinem Zunftnarren und LFK-Archivar Peti Federer stimmte der Fritschivater das Fritschilied an, in das alle Anwesenden freudig einstimmten. Dann gabs für alle noch eines der leckeren Fritschi-Guetzli. Die Fasnacht 2017 ist damit lanciert.