Die Lehre bleibt im Kanton Luzern der beliebteste Ausbildungsweg

Mehr als drei Viertel der Luzerner Schulabgänger haben letztes Jahr eine Berufslehre angefangen. Damit bleibt die Lehre der beliebteste Ausbildungsweg. Gleichzeitig verzeichnet der Kanton aber mehr Jugendliche, die eine enge Betreuung benötigen.

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Ein Papiertechnologe in der Firma Perlen Papier AG. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Perlen, 8. Juni 2012)

Ein Papiertechnologe in der Firma Perlen Papier AG. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Perlen, 8. Juni 2012)

(pd/kük) Manches Grosi wird ihrem Enkel oder ihrer Enkelin schon gesagt haben: «Lehr öppis gschiids.» Der grossmütterliche Ratschlag scheint auf fruchtbaren Boden zu fallen.

Zahl auf dem gleichen Niveau wie in Vorjahren

Jedenfalls, wenn man die neusten Zahlen des Kantons Luzern betrachtet. Wie die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung am Mittwochmorgen mitteilt, machen 77,3 Prozent der Schulabgängerinnen und -Abgänger nach der obligatorischen Schulzeit eine Berufslehre. Damit verharrt die Zahl grosso modo auf dem Stand der letzten Jahre. 2017 waren es 77,7, 2016 noch 77,9 Prozent. Die Zielvorgabe des Kantons liegt bei 77,0 Prozent.

Weiter heisst es in der Mitteilung: «Nebst hohen Erfolgsquoten zeigen die aktuellen Zufriedenheitsumfragen bei Lehrbetrieben und Lernenden konstant hohe Werte.» So seien über 80 Prozent der Befragten «zufrieden» oder gar «sehr zufrieden» mit der Ausbildung.

Mehr Jugendliche mit Problemen

Wie die Statistik darüber hinaus zeigt, werden zweisprachige Klassen beliebter. Dieses Schuljahr haben sich 15 Prozent der Lernenden für eine bilinguale Klasse entschieden. Das sind 5 Prozent mehr als noch im Jahr 2017. 2013 lag der Wert noch bei 3,3 Prozent.

Eine weiter Zahl, die ansteigt, könnte Besorgnis auslösen: 2018 registrierten die Behörden 240 Fälle, in denen das Case Management für Jugendliche mit gefährdetem Abschluss auf Sekundarstufe II angewendet wurde. Im Vorjahr waren es noch 17 Prozent weniger. Laut Christof Spöring, dem Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung, werden mit dem Case Management jene Jugendliche unterstütz, denen es schwerfällt, sich im Berufsleben einzugliedern. Sei es wegen psychischer Probleme oder Konflikten mit dem Gesetz.

Den Grund verortet Spöring in der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung: «Es gib mehr Jugendliche, die eine starke Unterstützung benötigen.»

Fast 100 Stipendien zusätzlich vergeben

Für das Jahr 2018 standen im Kanton Luzern 8,4 Millionen Franken für Stipendien zur Verfügung. Damit wurden 1128 Personen unterstützt – 91 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig mussten 1002 Gesuche «abgelehnt werden, da die Voraussetzungen nicht erfüllt waren», schreibt der Kanton.

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