GOLDAU: Garaventa überholt Standseilbahn in Sotschi

Die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 an Sotschi macht es möglich: Die 2002 stillgelegte erste Standseilbahn Russlands wird von Garaventa komplett überholt und mit neuen Wagen ausgestattet.

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Baurarbeiten am Trassee der Standseilbahn in Sotschi. (Bild: Garaventa)

Baurarbeiten am Trassee der Standseilbahn in Sotschi. (Bild: Garaventa)

Die am Schwarzen Meer gelegene russische Stadt Sotschi rüstet sich für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2014 und investiert dabei kräftig in die Infrastrukturen. Im Zuge dieser Massnahmen wird momentan auch die vor elf Jahren stillgelegte und aus dem Jahre 1934 stammende Standseilbahn generalüberholt, wie der Seilbahnhersteller Garaventa am Freitag mitteilte.

Die Standseilbahn überwindet auf einer Länge von 373 Metern eine Höhendifferenz von 81 Metern. Speziell an dieser Standseilbahn ist nach Angaben des Goldauer Seilbahnherstellers, dass sie eine Mittelstation aufweist, die gleichzeitig als Garage für die beiden Wagen dient. Nach Betriebsschluss kann auf beiden Seiten ein Rolltor heruntergelassen werden, womit die Wagen sicher garagiert sind. In der Nacht werden die Batterien wieder vollständig aufgeladen, was während der kurzen Haltezeiten tagsüber in den Stationen nur bedingt möglich ist. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse – Sotschi liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Nizza und weist ein subtropisches Klima auf – ist weder die Tal- noch die Bergstation überdacht.

Zehn Wochen für seilbahntechnische Montage

Noch müssen im oberen Streckenabschnitt die neuen Schienen eingebaut und die Perrontreppen betoniert werden. Die Garaventa-Spezialisten sind zuversichtlich, dass diese Arbeiten bis zirka Mitte Oktober abgeschlossen sind, sodass sie mit der Montage der elektromechanischen Einrichtung beginnen können. Für die seilbahntechnische Montage sind zehn Wochen eingeplant. Sämtliche elektromechanischen Teile sind bereits in der Olympia-Stadt. Ziel ist es, dass die Standseilbahn an Weihnachten ihren Betrieb aufnimmt.

Grossen Wert legten die russischen Auftraggeber nach Angaben von Garaventa auf die Ausstattung der neuen Wagen. Gefordert waren pflegeleichte «Schnabelsitze» aus Kunststoff, wie sie sich in U-Bahnen bestens bewährt haben, und Griffstangen für die stehenden Passagiere. Jeder der beiden Wagen besteht aus drei Abteilen mit insgesamt je 28 Sitz- und 32 Stehplätzen.

pd/zim

Eine der neuen Kabinen der Standseilbahn. (Bild: Garaventa)

Eine der neuen Kabinen der Standseilbahn. (Bild: Garaventa)

Detailansicht vom neuen Trassee. (Bild: Garaventa)

Detailansicht vom neuen Trassee. (Bild: Garaventa)