Wohlen
Kältetest mit viel Schnee überstanden: Nahwärmeverbund Bifang heizt 130 Wohnungen

Im Herbst hat die ibw im Wohler Bifang-Quartier einen Nahwärmeverbund in Betrieb genommen, an den über 130 Wohnungen angeschlossen sind. Inzwischen hat die Anlage ihre Praxistauglichkeit bewiesen – viele weitere sollen ihr folgen.

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Blockheizkraftwerk in der Heizzentrale des Nahwärmeverbunds Bifang – mit ibw-Energieberater Drilon Bajrami.

Blockheizkraftwerk in der Heizzentrale des Nahwärmeverbunds Bifang – mit ibw-Energieberater Drilon Bajrami.

zvg/Felix Wey

Der eisige Wintereinbruch im Februar war ein hervorragender Stresstest für das neueste Baby der ibw. «Wir waren eigentlich ganz froh über die Kältewelle», sagt Domenic Philipp, Geschäftsleiter der ibw Energie AG. «So konnten wir sehen, dass sich die Anlage auch unter anspruchsvollen klimatischen Bedingungen bewährt.»

Die «Anlage» – das ist der neue Nahwärmeverbund der ibw, der seit Oktober 2020 das Wohn- und Pflegezentrum Bifang sowie vier benachbarte Liegenschaften in Wohlen mit Wärme für Heizung und Warmwasser versorgt. Kernstück ist eine Heizzentrale, die sich im Untergeschoss des Wohn- und Pflegezentrums befindet.

Ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk

Für das Bifang-Quartier wählte die ibw ein gasbetriebenes Block-heizkraftwerk mit 117 Kilowatt thermischer und 70 Kilowatt elektrischer Leistung. Von hier aus wird die Wärme über isolierte Fernleitungsrohre an die angeschlossenen Liegenschaften und Wohneinheiten verteilt. Der produzierte Strom wiederum speist die Wärmepumpe, mit der das Warmwasser erzeugt wird.

Domenic Philipp.

Domenic Philipp.

zvg

«Mit dem Wohn- und Pflegezentrum Bifang pflegen wir seit Jahren eine enge Zusammenarbeit», sagt Domenic Philipp. «Ab 2002 produzierten hier zuerst zwei Mikroturbinen Strom und Wärme. Da diese jedoch zunehmend fehleranfällig waren, entstand die Idee eines Nahwärmeverbunds.»

Im Rahmen eines sogenannten Contractings erhalten die angeschlossenen Teilnehmer ein eigentliches Rundum-Sorglos-Paket: «Die Kundinnen und Kunden bestellen die gewünschte Wärme», sagt Domenic Philipp, «danach stehen wir in der Pflicht, diese an 365 Tagen während 24 Stunden zu liefern.» Die Finanzierung der Anlage wurde komplett von der ibw übernommen, im Paket inbegriffen sind zudem sämtliche Wartungsarbeiten. Philipp ergänzt:

«Natürlich wurde die Anlage so konzipiert, dass bei Bedarf zusätzliche Liegenschaften angeschlossen werden können.»

Weitere Wärmeverbünde sind in Planung

Auch Marcel Lanz, Geschäftsleiter des Wohn- und Pflegezentrums Bifang, zeigt sich mit der neuen Lösung sehr zufrieden: «Die Zusammenarbeit mit der ibw war für uns eine weitere Erfolgsgeschichte. Von der Planung über die Realisierung bis hin zum Ergebnis.»

Der Nahwärmeverbund Bifang ist der zweite seiner Art in Wohlen: Auf dem Steinmann-Areal an der Pilatusstrasse in Wohlen versorgt bereits seit vier Jahren eine ähnliche Anlage 52 Wohneinheiten und einen Doppel-Kindergarten mit Wärme.

«Nahwärmeverbünde, insbesondere die Kombination von Wärme- und Stromproduktion, spielen eine immer wichtigere Rolle für die sichere Energieversorgung von morgen», sagt Peter Lehmann, Vorsitzender der ibw-Geschäftsleitung. «Wir sind daher stets in engem Kontakt mit der Gemeinde, aber auch mit Grundbesitzern und Hauseigentümern, um weitere Gebiete für mögliche Nahwärmeverbünde zu finden. Schon jetzt laufen Abklärungen an mehreren Standorten, da sind wir natürlich dankbar, im Bifang-Quartier nun ein weiteres Vorzeigeobjekt zu haben.»