Ansiedlung
Francisco Fernandez holt zwei Start-ups nach Zug

Utopia Music entwickelt eine Softwareplattform für das Management von Urheberrechten. Partex nutzt Big Data und künstliche Intelligenz für die Entwicklung von Krebsmedikamenten.

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Francisco Fernandez.

Francisco Fernandez.

Bild: PD

Der IT-Unternehmer Francisco Fernandez hat die ursprünglich in London gegründete Firma Utopia Music in Zug angesiedelt. «Die Musikindustrie ist total fragmentiert, outdated, nicht digitalisiert – viel schlimmer als die Bankenindustrie vor 30 Jahren», lässt sich Fernandez in der «Bilanz» dazu zitieren. Utopia Music entwickelt eine Softwareplattform für das Management von Urheberrechten. Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, um alle Radio- und TV-Stationen zu analysieren, und Kollaborationen mit Streamingdiensten abgeschlossen. 600 Mitarbeitende beschäftigt Utopia, 60 davon in Zug, der Umsatz beträgt gemäss dem Bericht schon über 400 Millionen Franken und wächst jedes Jahr im dreistelligen Prozentbereich. «Utopia ist bereits jenseits des Unicorns», lässt sich Teilhaber Fernandez zitieren.

Ausserdem hat Fernandez laut «Bilanz» die Mehrheit an einem anderen Start-up erworben; an der aus dem hessischen Eschborn stammenden Partex mit ihrer Tochter Innoplexus. Auch diese Firma hat Fernandez in Zug angesiedelt. Sie nutzt Big Data und künstliche Intelligenz für die Entwicklung von Krebsmedikamenten im Auftrag von Pharma- und Biotech-Firmen. Die Firma hat bereits 140 Patente angemeldet und 20 Royalty-Deals unterschrieben. Rund ein Dutzend der etwa 350 Mitarbeitenden sitzt in Zug. Noch ist der Umsatz mit 30 Millionen eher gering, aber «das Potenzial liegt bei vielen Milliarden», sagt Fernandez.

Francisco Fernandez hat spanische Wurzeln und ist in Luzern aufgewachsen. Er hat den Bankensoftware-Hersteller Avaloq gegründet, den er vor zwei Jahren für über zweieinhalb Milliarden Franken an die japanische NEC verkauft hat, und ist an diversen anderen Firmen beteiligt. 2018 gründete er Racing Unleashed mit Sitz in Cham. Diese Firma betreibt Formel-1-Simulatoren und wird von Ex-Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn geleitet. (mim)