Zahlungsmittel
Shopping in Zeiten von Corona: Weniger Bargeld, mehr Zertifikatsskepsis

Eine Umfrage bei Händlern in der Schweiz und im benachbarten Ausland zeigt: Zahlen mit Karte ist der Trumpf.

Florence Vuichard
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Die kleinen weissen Kästchen von Sumup sind heute weit verbreitet.

Die kleinen weissen Kästchen von Sumup sind heute weit verbreitet.

zvg/Sumup

Corona hat das Bargeld zurückgedrängt, fast überall kann heute auch mit Karte bezahlt werden. In der kleinen Bar an der Ecke ebenso wie im Pop-up-Laden oder bei Marktstand. Und es scheint sogar so, dass die Hinwendung zum Plastikgeld in der traditionell bargeldverliebten Schweiz stärker ist als in anderen Ländern. Das jedenfalls geht aus einer länderübergreifenden Umfrage bei knapp 3600 Händler hervor, welche die quadratischen weissen Kästchen des Kartenzahlungsanbieters Sumup einsetzen. Demnach geben 66 Prozent der Schweizer Händler an, dass ihre Kundschaft seit der Coronakrise «eher bargeldlos» bezahle. In Frankreich, Italien und Deutschland liegen die entsprechenden Werte «nur» zwischen 52 und 54 Prozent.

Schweizer Rückstand bei Onlineshops

Viele Betriebe hätten die Coronakrise auch dazu genutzt, um neue Zahlungstechnologien einzuführen, betont Vera Pershina, Deutschland-, Österreich- und Schweiz-Chefin bei Sumup. In der Schweiz waren das immerhin 56 Prozent der befragten Händler – und damit mehr als in Frankreich und Deutschland, wo jeweils weniger als die Hälfte diesen Schritt wagte.

Nachholbedarf ortet Pershina hierzulande jedoch bei der Digitalisierung. In Italien haben laut Umfrage 40 Prozent der Unternehmen die Pandemie zum Auf- oder Ausbau eines Onlineshops oder eines «Click and Collect»-Dienstes genutzt, in Deutschland und Frankreich waren es immerhin ein Drittel. In der Schweiz hingegen haben nur 23 Prozent in die Digitalisierung investiert. Nur die britischen Händler schneiden mit 19 Prozent noch schlechter ab.

Zuversichtlich aber skeptisch in Bezug auf das Zertifikat

Grundsätzlich blicken die befragten Händler länderunabhängig zuversichtlich in die Zukunft. Rund 60 Prozent erwarten ein gleich gutes oder besseres Weihnachtsgeschäft als vor der Pandemie, annähernd gleichhoch ist die Anzahl jener, die guten Mutes sind für 2022.

Länderspezifische Unterschiede zeigen sich jedoch beim Umgang mit dem Covid-Zertifikat. Während in der Schweiz und Deutschland rund ein Viertel der Händler befürchten, wegen des Zertifikats Kunden zu vergraulen, sind das in Italien und Frankreich «nur» 8 respektive 10 Prozent.

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