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Warum Kultautos eine attraktive Geldanlage sind

Der Kult um alte Autos ist ungebrochen. Das Marktvolumen der 50 edelsten Marken beträgt viele Milliarden. Und das aus gutem Grund.

25 Milliarden Franken. So viel beträgt das Marktvolumen der 50 wertvollsten Klassiker auf vier Rädern. Weltweit. Zusammengefasst wird die Preisentwicklung der Oldtimer im HAGI-Top-Index. Derzeit ist es die attraktivste Anlage im alternativen Investmentbereich. Rund 17 Prozent legte der Marktwert der Oldtimer 2015 zu. Seit 2005 ist der durchschnittliche Wert gar um das Fünffache gestiegen.

Für die Preisermittlung einzelner Marken und Modelle greift das Researchunternehmen Historic Automobile Group International nach eigenen Angaben auf eine Datenbank mit über tausend Modellen und über 100 000 realen Transaktionen zu. Grundsätzlich gilt, je weniger Autos von einem Modell gebaut wurden, desto höher liegt der Preis pro Wagen.

Stehen Sie auf Retro-Produkte?

Ökonomisch sind Oldtimer knappe Güter, da das Angebot auf eine bestimmte Anzahl Autos beschränkt ist. Demgegenüber steht aber eine steigende Nachfrage: «Seit der Finanzkrise gibt es eine Rückbesinnung auf den Sachwert», sagt Dietrich Hatlapa, Analyst bei HAGI. Die heute fast vollständig computerisierten Autos lösen ein Verlangen nach klassischer Mechanik aus und erhöhen den nostalgischen Wert von Autos. Enthusiasten schätzen die physische Berührbarkeit der Autos.

Rar und original

Von den exklusiven und begehrten Klassikern, wie einigen Modellen des Porsche 911 oder von 300 SL Roadster von Mercedes wurden teilweise weniger als 1000 Stück gebaut. Entsprechend hoch sind heute die Kaufpreise. Vergangenen Oktober wechselte ein 1963 erbauter Ferrari 250 GTO an der Classic Car Week den Besitzer für 34,65 Millionen Dollar. Insgesamt kamen Autos im Wert von über 400 Millionen Dollar unter den Hammer. Bei der Lancierung des HAGI-Top-Index im Jahr 2009 gab es weltweit rund 18 000 Oldtimer. Laut Hatlapa ist ihre Zahl aber mittlerweile gestiegen.

Der nostalgische Trend entfachte die Faszination an der puren Mechanik wieder. So wurden Oldtimer, die in Garagen lagerten, ausgegraben, aufwendig restauriert und dem Handel zugeführt. Ein anderer Faktor für den Preisanstieg bei einem beinah konstanten Marktvolumen ist der Besitzerwechsel: «Noch vor einigen Jahren blieben die Oldtimer über längere Zeit beim gleichen Besitzer. Heute dagegen wechselt man schneller und häufiger», sagt Hatlapa. Das habe grundsätzlich mit den grösseren Vermögenswerten der Händler zu tun. Wo mehr Geld sei, werde häufiger gekauft.

Autos mit Museumswert

Dies spüren auch Schweizer Autohändler. Mit den Emil Frey Classics eröffnete im vergangenen Jahr ein Oldtimer-Kompetenzzentrum in Safenwil AG. Auf über 1500 Quadratmeter verteilt, sind in den Hallen einer ehemaligen Textilfabrik zwischen 50 und 60 Raritäten auf vier Rädern ausgestellt. Das Ganze ist jedoch nicht als Museum gedacht, sondern vor allem auch als spezialisierter Händler für Sammlerstücke aus den 50er- bis 70er-Jahren. Und dazu gehört auch die Wartung und Restauration. Dank eines Original-Ersatzteillagers können alle Klassiker in Safenwil auf Vordermann gebracht werden. Neben der Betreuung von Oldtimern versteht sich das Kompetenzzentrum auch auf die Beratung für Vorkriegsfahrzeuge und exotische Youngtimer.


Der Preis ist abhängig von ...

  • Rarität: Bei allen Klassikern sollte überprüft werden, wie viele Exemplare des Modells gebaut wurden.
  • Originalität: Grundsätzlich sollte ein Klassiker aus den Originalteilen bestehen. Später eingebaute Teile mindern den Markenwert.
  • Geschichte: Informationen über vorherige Besitzer, Standorte und Einsatz des Autos sind wichtig. Davon hängt auch der Wert des Fahrzeugs ab.

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