Sie sind ein süsses Versprechen mit bitterem Nachgeschmack: Schokoladeprodukte mit üppiger Verpackung aber wenig Inhalt. Das schmeckt den Amerikanern gar nicht, wie der Zürcher Schokohersteller Lindt kürzlich erfahren musste. Ein kalifornisches Gericht brummte den Zürchern eine Strafe in der Höhe von 750'000 US-Dollar auf.

Betroffen sind die beiden Lindt-Tochtergesellschaften Ghirardelli und Russell Stover. Kläger hatten die Firmen vor Gericht gezogen mit dem Vorwurf, Konsumenten zu täuschen mit Verpackungen, die überdimensioniert oder sogar hauptsächlich leer seien. Zudem enthalte ein Ghirardelli-Produkt weniger Kakao als vom Hersteller behauptet.

Die beiden Lindt-Tochterfirmen bekannten sich zwar nicht schuldig, willigten aber ein, die Busse zu bezahlen. Zudem erklärten sie sich bereit, die Verpackungen entweder kleiner zu machen, oder sie mit einer transparenten Folie auszustatten, so dass die Kunden den Inhalt sehen können. Lindt scheint bereits reagiert und die in den USA bekannten Ghirardelli-Säcke angepasst zu haben, wie ein Blick auf die Webseite zeigt. Neu sind die Schokoladen-Stücke in einem durchsichtigen Plastiksack abgepackt.

Der Richter mahnt

Nebst der Busse gab es vom kalifornischen Bezirksstaatsanwalt Jeff Reisig auch noch mahnende Worte an die Adresse von Lindt: Konsumenten hätten das Recht, den vollen Wert beim Einkauf zu erhalten. Dabei müssten Hersteller die Verpackungsvorgaben einhalten. "Wir werden auch in Zukunft Firmen diesbezüglich überwachen und aggressiv gegen jene vorgehen, die gegen Konsumentenschutz-Gesetz verstossen."

Eine Lindt-Sprecherin sagt auf Anfrage, Lindt lege höchsten Wert darauf, dass die Konsumenten mit den Produkten zufrieden sind. Deshalb habe man das Anliegen der Kläger sehr ernst genommen, die Verpackungen über die Jahre entsprechend angepasst und so eine Einigung mit der Bezirksanwaltschaft erzielt.