Die USA seien immer an Gesprächen interessiert, sagte der 54-jährige frühere PR-Unternehmer und Vertraute des US-Präsidenten. Es sei aber an der Schweiz, hier den ersten Schritt zu tun. "Ich ermutige sie dazu."

Die USA gelten nach Deutschland als zweitwichtigster Handelspartner der Schweiz. Trotz des regen wirtschaftlichen Austausches besteht zwischen der Schweiz und den USA kein Freihandelsabkommen. 2006 wurden Pläne für ein Abkommen vor allem wegen des Widerstands aus der Schweizer Landwirtschaft abgebrochen.

Für McMullen hat sich die Ausgangslage inzwischen aber geändert. "Heute ist die Schweiz ein anderes Land als damals." Die früheren Gespräche seien nicht nur wegen der Landwirtschaft gescheitert, auch der Bankensektor habe eine Rolle gespielt. Er sei immer wieder erstaunt, wie eng beide Länder wirtschaftlich verflochten seien. "Die Ausgangslage ist also vielversprechend."

Der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hatte vor einem Jahr bei einem Besuch in Washington erklärt, bevor man mit einem neuen Vorschlag an die US-Partner gelange, müsse die Schweiz zuerst gründlich ihre Hausaufgaben machen.

Zum Streit um amerikanische Zölle auf Stahl und Aluminium äusserte sich McMullen vage. Für Ausnahmen gebe es in der US-Administration festgelegte Abläufe. "Ich unterstütze die Schweiz in diesem Verfahren und bin sicher, dass wir eine Lösung finden." Er hoffe auf eine einvernehmliche Lösung. Die Schweiz hatte neben der EU, Mexiko, Kanada und Norwegen bei der Welthandelsorganisation WTO ein Verfahren zur Streitbeilegung eingeleitet.