UBS
UBS-Skandal: Das Luxus-Leben des Flop-Bankers

Er stürzte die Schweizer Grossbank UBS arg in Bedrängnis. Kweku Adoboli verzockte innert kürzester Zeit mindestens 2 Milliarden Dollar. Er führte ein Leben in Saus und Braus – bis jetzt.

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Kweku Adoboli, der UBS-Trader, welcher die Bank um mehrere Milliarden brachte

Kweku Adoboli, der UBS-Trader, welcher die Bank um mehrere Milliarden brachte

AZ

Er ist 31 Jahre alt, er ist Banker und er liebt Partys. Doch UBS-Banker Kweku Adoboli dürfte jetzt sein Luxus-Leben ausgelebt haben. Denn der Mann aus Ghana hat mindestens 2 Milliarden Dollar verzockt. Vielleicht sind es auch noch mehr. Gut möglich, dass es auch 2 Millliarden Franken waren – also 15 Prozent mehr. Untersuchungen hierzu laufen.

Unklar ist auch noch, ob Adoboli die Gelder alleine verzockt hat. Vorsorglich wurde inzwischen das ganze Londoner Team seiner Abteilung suspendiert. Adobolis Chef soll laut «Financial Times» zurückgetreten sein.

Geld, Frauen und Partys

Bekannt ist: Bis am Mittwoch lebte der 31-jährige Investment-Banker in Saus und Braus. Laut englischen Medien soll der UBS-Banker alleine für seine Mietwohnung im Londoner Stadtteil Shoreditch umgerechnet rund 5500 Franken pro Monat ausgegeben haben. Bei einem Grundgehalt von rund 450'000 Franken ein Zuckerschlecken.

Auch sonst hat sich der Mann, der nun in Untersuchungshaft ist, offenbar ein luxuriöses Leben gegönnt: Nachbarn berichten von ausschweifenden Party bis in die Morgenstunden – und dies mehrmals wöchentlich. «Er war ein Partytier», berichtet ein Nachbar.

Die Gästezahl seiner Partys betrug dabei oftmals über 100 Personen, unterhalten von teuer bezahlten Musik-DJ's, und dies angeblich alles bezahlt aus dem Sack des UBS-Bankers. Und soll sich mal in den Morgenstunden ein Anwohner über den Lärm des Partytiers beklagt haben, wurde er mit einer teuren Flasche Champagner schulterklopfend entschädigt.

Gegenüber Freunden soll Adoboli sich immer wieder selbst als «besessen von materiellen Dingen und Frauen» bezeichnet haben.

Doch damit dürfte jetzt Schluss. Der Mann wurde gestern Morgen um 3.30 Uhr in seiner Wohnung verhaftet und ist seither in Untersuchungshaft.

«Ich brauche ein Wunder»

Auf seinem Facebook-Account schrieb er zuletzt noch: «Ich brauche ein Wunder.» Ein Wunder, dass sich der Schaden, den er seinem Arbeitgeber zugefügt hat, in Grenzen hält.

Offenbar hatte laut BBC die UBS nichts bemerkt vom Flop-Handel des Ghanaers. Adoboli selbst war es, der seine Vorgesetzten darauf aufmerksam gemacht hatte, dass er viel Geld verloren habe.

Doch es ist nicht nur viel Geld bachab gegangen für die grösste Schweizer Bank, auch das Image der UBS wird arg gelitten haben.

Heute Morgen nahm ausserdem der Vater von Kweku Adoboli Stellung zu den Machenschaften seines Sohnes: «Es tut mir leid, was passiert ist. Unsere Familie ist am Boden zerstört, denn Betrug gehört nicht zu unserer Lebensphilosophie», sagte er gegenüber englischen Medien.

Banken-Insider staunen

Derweil staunen selbst Banken-Insidern, dass diese Tätigkeiten von Adoboli möglich waren. «Es ist erstaunlich, dass so etwas immer noch möglich ist», sagte Claude Zehnder, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank gegenüber der sda.

Adoboli arbeitete im finanziell gefährlichsten Teil der Investmentbank der UBS, dem Eigenhandel. In diesem Bereich spekuliert die Bank nicht mit den Geldern der Kunden, sondern mit eigenem Geld. Die UBS ist in diesem Bereich ein gebranntes Kind. So verlor sie alleine im vergangenen Jahrzehnt insgesamt 50 Milliarden Franken. (sha)