Kommentar
Über allem, was UBS-Chef Ralph Hamers plant, hängt ein Damoklesschwert

Die grösste Bank der Schweiz muss im digitalen Geschäft einen Zacken zulegen, dafür wurde Ralph Hamers geholt. Die drohende Klage gegen den Neo-Chef könnte seine Pläne behindern.

Roman Schenkel
Roman Schenkel
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UBS-Chef Ralph Hamers.

UBS-Chef Ralph Hamers.

Keystone

Neo-Chef Ralph Hamers hat am Dienstag ein gutes Ergebnis fürs abgelaufene 2020 präsentieren können. Im Corona-Jahr hat die UBS deutlich mehr verdient. Zudem verwaltet die Grossbank so viel Vermögen wie noch nie.

Der starke Zahlenkranz kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bei der Bank viel zu tun gibt. Im Fokus steht die digitale Transformation. Dafür hat der UBS-Verwaltungsrat den neuen Chef engagiert: Hamers muss sparen und ins digitale Geschäft investieren.

Corona hat diese Entwicklung nun stark beschleunigt. Die solide Ertragslage verschafft Hamers vielleicht etwas Zeit, mehr aber nicht. Schon bald muss er sich in die Karten blicken lassen, welches seine ersten Schritte sein werden.

Das Problem dabei: über allem, was Hamers plant, einleitet oder beschliesst, schwebt ein Damoklesschwert. In den Niederlanden wird die persönliche Verantwortung von Hamers in einem Geldwäschereifall bei der Bank ING neu aufgerollt. Wird der frühere ING-Chef tatsächlich angeklagt, dürfte die UBS kaum an ihm festhalten.

Allerdings wird es noch Monate dauern, bis es zu einer allfälligen Klageerhebung kommt. Die Gefahr, dass der volle Fokus des UBS-Chefs nicht auf der Zukunft der Bank, sondern bei seiner Vergangenheit in den Niederlanden liegt, ist gross. Und so werden die nächsten Monate zur Hängepartie. Die UBS läuft Gefahr, wertvolle Zeit zu verlieren, die sie gar nicht hat.