Turnschuhe
So nutzen die On-Gründer den Börsengang in New York für eine PR-Show – just bevor sie zu Multimillionären werden

Die Schweizer Turnschuh-Unternehmer sind nach dem heutigen Börsengang in New York reiche Leute. Denn nun ist klar, zum welchem Preis die Aktien gehandelt werden.

Daniel Zulauf
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Roger Federer hat stark in die Schweizer Schuhfirma On investiert.

Roger Federer hat stark in die Schweizer Schuhfirma On investiert.

Bild: Samer Alrejjal / BEIN SPORTS

Harte Arbeit wird nicht immer belohnt. Im Fall der fünf Schweizer On-Partner zahlt sich der Einsatz der elf vergangenen Jahre aber prächtig aus. Dem Laufschuhhersteller mit Sitz in Zürich ist es offensichtlich gelungen den Appetit der Investoren zu wecken. Denn nun ist klar: Die 31 Millionen Aktien, welche das Unternehmen im Vorfeld der heute in New York stattfindenden Börsenkotierung dem internationalen Investorenpublikum angeboten hatte, gehen zum Spitzenpreis von 24 Dollar pro Titel über den Tisch. In Finanzkreisen war zuletzt ein Preis von 20 Dollar bis 22 Dollar erwartet worden.

On nutzt die Gelegenheit des Börsenganges selbstredend auch gleich für einen grossen Marketingevent. Eine Gruppe von rund 100 Läufern rennt laut einem Communiqué am Mittwochmorgen (US-Zeit) dem Hudson River entlang in Richtung Börse, der New York Stock Exchange, wo der Aktienhandel am Morgen mit dem klassischen Glockenritual eingeläutet wird. Die On-Gründer sollten gemäss Plan selbst um 15.30 Uhr (Schweizer Zeit) die Glocke zum Läuten bringen dürfen.

Kurz vor dem Börsengang nutzen die Gründer diesen für eine PR-Show.

Kurz vor dem Börsengang nutzen die Gründer diesen für eine PR-Show.

Bild: On Running

Die Aktienemission bewertet das Unternehmen mit rund 7,3 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr hatte On mit einem Umsatz von knapp 400 Millionen Franken gerade mal einen Gewinn von knapp vier Millionen Franken erwirtschaftet. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen noch rote Zahlen geschrieben.

Erfolgreiche Start-up-Story

Doch die Anleger glauben offensichtlich daran, dass On die hohen Wachstumsraten seit der Gründung im Jahr 2010 noch eine Weile fortführen kann. Tennisstar Roger Federer, der sich von dem Unternehmen 2019 als Markenbotschafter und Miteigentümer einspannen liess, hilft mit seinem bekannten Gesicht kräftig mit, die Erfolgsstory des Schweizer Start-ups weiterzuschreiben.

Wie viele Aktien Federer besitzt geht aus dem Emissionsprospekt von On nicht hervor. Sein Anteil liegt offensichtlich unter der Meldeschwelle von drei Prozent. Bekannt sind dagegen die Anteile der drei Gründer Oliver Bernhard, Caspar Coppetti und David Allemann sowie deren später hinzugekommene Partner Marc Maurer und Martin Hoffmann. Das Quintett besass vor dem Börsengang mit knapp 63 Prozent aller Stimmen einen Anteil von 22 Prozent des Kapitals.

Nun haben die Fünf einen Teil ihres Aktienbesitzes versilbert. Zusammen verkauften sie rund 5,4 Millionen Aktien im Wert von rund 130 Millionen Dollar, sodass ihr Stimmrechtsanteil auf knapp unter 60 Prozent und der Kapitalanteil auf etwas mehr als 18 Prozent absinkt.

Der Börsengang der Firma On gehört zu den grösseren in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.

Der Börsengang der Firma On gehört zu den grösseren in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.

ZVG

Firma erhält frisches Kapital

Den drei Gründern Bernhard, Allemann und Coppetti fliessen insgesamt über 90 Millionen Dollar zu. Die drei sind zwischen 45 (Coppetti) und 53 (Bernhard) Jahre alt. Für Partner und Finanzchef Martin Hoffmann bringt das IPO einen Geldzufluss von 13 Millionen Dollar, der erst 39-jährige operative Chef Marc Maurer verkauft Aktien im Wert von 25 Millionen Dollar.

Auch das Unternehmen erhält frisches Kapital und zwar mindestens in Höhe von 600 Millionen Dollar für 25 Millionen frisch auszugebende Aktien. Bei ausreichender Nachfrage kann das Unternehmen den Investoren weitere 3,8 Millionen Titel zuteilen, sodass der gesamte Emissionserlös fast 690 Millionen Dollar erreichen würde.

Geld nötig für mehr Werbung

Mit dem Geld will On das Wachstum finanzieren. Die Firma braucht viel Geld für das Marketing und die Entwicklung der Vertriebssysteme und natürlich auch für die Vorfinanzierung der vollumfänglich an Drittfirmen ausgelagerte Produktion.

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