Wirtschaft

Trotz Rekordumsatz: Ruag erlitt vergangenes Jahr einen Verlust

Im Flugzeugstrukturbau am Standort Emmen sieht die Auftragslage etwas düster aus.

Im Flugzeugstrukturbau am Standort Emmen sieht die Auftragslage etwas düster aus.

Der Technologiekonzern schreibt aufgrund diverser Sondereffekte einen kleinen Verlust. Für einen Teil der Belegschaft wird Kurzarbeit vorbereitet.

(rom) Die Ruag hat 2019 erstmals die Zwei-Milliarden-Umsatzgrenze übertroffen. Das hat der Rüstungs- und Technologiekonzern am Mittwoch an einer Online-Bilanzmedienkonferenz bekannt gegeben. Dem Umsatz von 2,003 Milliarden Franken (im Vorjahr waren es 1,998 Milliarden Franken) steht allerdings ein Verlust von 7 Millionen Franken gegenüber. Das negative Ergebnis ist durch verschiedene Sondereffekte im Umfang von rund 115 Millionen Franken zustande gekommen. Ohne diese hätte der Konzern ein Ergebnis von 108 Millionen Franken präsentieren können. Zum Vergleich: Im Vorjahr machte der Konzern einen Gewinn von 106 Millionen Franken.

Belastet haben das Ergebnis Wertberichtigungen und Sonderabschreibungen von 58 Millionen Franken beim Programm zur Herstellung der Dornier 228. Im Geschäftsbereich Aerostructures belasteten Restrukturierungsprogramme im Umfang von 10 Millionen Franken die Geschäftszahlen. In der Schweiz trafen diese vor allem den Standort Emmen. Dort fielen die Aufträge von Airbus weg, nachdem der Luftfahrtkonzern die Produktion des A380 gestoppt hatte. Ruag hatte für den Riesenflieger Aufträge im Flugzeugstrukturbau durchgeführt. In Emmen und Oberpfaffenhofen in Deutschland wird deswegen Kurzarbeit vorbereitet. Rund 1000 Angestellte sollen gemäss dem interimistischen Ruag-International-CEO Urs Kiener betroffen sein. Im Bereich Space sind bereits 300 Personen in Kurzarbeit.

Hinzu kommen negative Effekte aus der ordentlichen Neubewertung von Pensionskassenrückstellungen aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus in Deutschland und in Schweden von insgesamt 16 Millionen Franken.

Schliesslich kommen noch Entflechtungskosten von gut 30 Millionen Franken hinzu. Der Bundesrat hatte im letzten Jahr entschieden, die Ruag in zwei Bereiche – einen internationalen und einen nationalen – aufzuspalten. Die beiden Unternehmenssparten werden seit dem 1. Januar 2020 unter einer gemeinsamen Holding geführt.

Für das vergangene Jahr beantragt der Ruag-Verwaltungsrat, auf eine Dividendenauszahlung an die Eidgenossenschaft zu verzichten. Diese lag im letzten Jahr bei 30 Millionen Franken.

Autor

Roman Schenkel

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