Konsum
Trotz Krise: Der Kaffee wird wieder teurer – im nächsten Jahr dürften die Preise noch weiter steigen

Das Café Crème ist unter den Schweizern beliebt wie eh und je. Nur die Norweger trinken pro Kopf noch mehr. Nach dem Einbruch vom letzten Jahr ist der Preis in Restaurants und Bars wieder gestiegen.

Sarah Kunz
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Der Kaffeepreis ist in der Schweiz wieder gestiegen. Im Kanton Zürich ist eine Tasse am teuersten.

Der Kaffeepreis ist in der Schweiz wieder gestiegen. Im Kanton Zürich ist eine Tasse am teuersten.

Keystone

Schweizerinnen und Schweizer trinken gerne Kaffee. Pro Kopf im Schnitt jährlich 1084 Tassen. Wie der Branchenverband CafetierSuisse am Montag mitteilt, bewegt sicht sich die Schweiz damit im Vergleich des weltweiten Kaffeekonsums weiterhin an der Spitze. Nur die Norweger trinken noch mehr Tassen.

Für ihren Kaffee sind die Schweizer auch bereit, je nach Standort tief in die Tasche zu greifen. Im laufenden Jahr stieg der Durchschnittspreis für einen Café crème um drei Rappen und beträgt neu 4.25 Franken. Somit ist der Preis wieder auf dem Niveau von 2018, nachdem er im Jahr 2019 auf 4.22 Franken gesunken ist.

Am teuersten ist der Kaffee - wenig überraschend - in der Stadt Zürich. Dort kostet er derzeit im Schnitt 4.41 Franken. Am günstigsten ist die Kaffeepause im Kanton Bern, wo der Preis für eine Tasse erst im Jahr 2018 die 4-Franken-Grenze knackte und mittlerweile bei 4.07 Franken liegt. Generell gibt es in der ganzen Schweiz nach wie vor einen Stadt-Land-Graben.

Preiserhöhungen um 10 Prozent drohen

Der Preis für eine Tasse könnte aber wegen der anhaltenden Pandemie noch weiter steigen. Wie CafetierSuisse festhält, ist die Gastronomie schliesslich eine der am meisten betroffenen Branchen. 5 Prozent der Mitglieder des Branchenverbands hätten in diesem Jahr Konkurs anmelden müssen – das ist jeder 20. Betrieb. Insbesondere kleine Betriebe seien von den Folgen der Krise stark betroffen. Während der Kaffeepreis momentan noch keine grossen Auswirkungen der Coronakrise spüre, könnten spürbare Preiserhöhungen bis zu 10 Prozent auf die Tasse im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen werden, um den Umsatzrückgang aufzufangen und die Überlebensfähigkeit von Betrieben zu sichern.

CafetierSuisse hält aber fest, dass die Preisgestaltung eine individuelle unternehmerische Entscheidung jedes einzelnes Betriebes sei. Für die Preiskalkulation seien die Konkurrenzsituation, das Konzept und der Standort zu berücksichtigen. Der Interessenverband gibt selbst keine Preisempfehlungen ab.