Die Mitarbeiter der Titlis-Bergbahnen in Engelberg OW haben die Schneekanonen schon wieder weggeräumt. Der Grund: Die Kunstschneedecke ist bereits dick genug. Sie wird bis Saisonende herhalten. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass das Jahr 2018 eines der trockensten überhaupt war und sich die Pegelstände sowohl bei Gewässern als auch beim Grundwasser noch nicht erholt haben. Fürs Beschneien benötigen die Bergbahnen aber das knappe Gut.

Die Reaktion der Skigebiete auf eine Umfrage dieser Zeitung: Wassermangel? Woanders vielleicht schon, aber nicht hier bei uns. Zu kämpfen mit dem Wasser haben – wenn schon – die Kleinen. Zum Beispiel das Gebiet Klewenalp-Stockhütte im Kanton Nidwalden. Wegen der Trockenheit stünden nur kleine Wassermengen für die Beschneiung zur Verfügung, heisst es vom Gebiet hoch über dem Vierwaldstättersee. Den Pistenbauern fehlt es an einem Speichersee, aus dem sie Wasser abzapfen könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass Stürme den Naturschnee weggefegt haben. Auf der Ibergeregg (SZ) hat die Dürre 2018 sogar einen umgekehrten Einfluss. «Wir konnten mit wenig Schnee eröffnen, da der Boden trocken war und keine kleinen Bäche die Pisten durchnässen», heisst es. Schneekanonen findet man auf der Ibergeregg nicht.

Anders die Lage in der Ostschweiz, obwohl sie von der Trockenheit arger getroffen worden ist als andere Regionen. Für die Pistenbauer kein Problem: Das Gebiet sei «wasserreich», heisst es aus dem Pizol, «keine Probleme» meldet Wildhaus, und auch am Flumserberg (wie bei den zwei anderen St. Galler Skigebieten) hatten die Schneekanonen bereits Hochbetrieb: «Wir entnehmen das Wasser zwei natürlichen Bergseen. Diese waren Ende Oktober so voll wie in all den anderen Jahren.»

Die Umfrage zeigt: Viele Ortschaften haben in Speicherseen investiert. Und diese waren im Herbst randvoll. Zwei Gründe führten dazu: die Gletscherschmelze in Gebieten mit ewigem Eis. Und die Schneeschmelze im Frühling, die wegen der grossen Mengen vom letzten Winter überdurchschnittlich ausfiel. Ausgerechnet wegen der hohen Temperaturen, welche zur Trockenheit dazukamen, gelangte also sehr viel Schmelzwasser in die Speicherseen.