Ricola
Toter Ricola-Chef hat ein paar 100000 Franken abgezweigt

Der verstorbene Chef von Ricola, Adrian Kohler, hat vor seinem Freitod Unregelmässigkeiten in der Geschäftsführung gestanden. Der Schaden beträgt mehrere 100000 Franken. Der Bonbon-Hersteller taxiert ihn aber als unbedeutend.

Marc Fischer
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Adrian Kohler, Ex-CEO der Ricola AG

Adrian Kohler, Ex-CEO der Ricola AG

Keystone

Adrian Kohler, Chef von Ricola, war vergangene Woche überraschend gestorben, wie der Bonbon-Hersteller am Freitag mitteilte (az vom Samstag.) Wie verschiedene Zeitungen berichteten, beging Kohler am Donnerstag Selbstmord.

Zwei Tage zuvor hatte Kohler den Verwaltungsrat von Ricola darüber informiert, dass es in seiner Geschäftsführung zu finanziellen Unregelmässigkeiten gekommen sei. «Es handelt sich um Verfehlungen in der Höhe von wenigen hunderttausend Franken», sagt Firmensprecher Bernhard Christen auf Anfrage der az.

Der finanzielle Schaden für das Unternehmen sei jedoch unbedeutend. «Die Unregelmässigkeiten haben keinen Einfluss auf die finanzielle Gesundheit der Firma Ricola», so Christen. Der Umsatz von Ricola belief sich im Jahr 2010 auf 300 Millionen Franken. Detaillierten Geschäftszahlen gibt das Familienunternehmen nicht bekannt.

Unklar bleibt, ob es sich bei den Verfehlungen um Veruntreuung von Firmengeldern handelt. Offen bleibt auch, ob das Unternehmen wegen der Verstösse Strafanzeige einreichen wird. «Weitere Personen neben Kohler sind nicht involviert», sagt Unternehmenssprecher Christen. Das Unternehmen werde am Montagnachmittag genauer über die Hintergründe informieren.

Ob der Freitod von Adrian Kohler in direktem Zusammenhang mit seinen Verfehlungen steht, darüber kann gemäss Christen derzeit nur spekuliert werden. Offenbar ist Kohler aber nach der Verwaltungsratssitzung vom letzten Dienstag untergetaucht und wurde dann polizeilich gesucht – auch auf dem Ricola-Gelände in Laufen. «Der Polizeieinsatz stand im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Adrian Kohler, es handelte es sich nicht um eine Hausdurchsuchung», sagt Christen.

Felix Richterich übernimmt nun die operative Geschäftsführung. Er war bereits vor Kohler Unternehmenschef und gehört zur Gründerfamilie, die Ricola in der dritten Generation leitet.

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