Ricola
Toter Ricola-CEO im Sog von finanziellen Unregelmässigkeiten

Zum überraschenden Freitod des Ricola-CEO Adrian Kohler (53) kommen neue Details ans Licht. Am Donnerstagmorgen rückte auf dem Ricola-Lagergelände in Laufen die Polizei ein. Sie brachte Spürhunde mit.

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Felix Richterich (links), Verwaltungsratspräsident und Adrian Kohler, CEO der Ricola AG

Felix Richterich (links), Verwaltungsratspräsident und Adrian Kohler, CEO der Ricola AG

Keystone

Die Beamten, bewaffnet, trugen volle Montur. Arbeiter der Frühschicht wiesen sie an, im Gebäude zu bleiben. Beim Polizeieinsatz habe es sich um eine Suchaktion gehandelt, sagt Ricola-Sprecher Bernhard Christen. «Weder die Familie noch wir wussten, wo sich Adrian Kohler aufhielt. Deshalb wandten wir uns an die Polizei.»

Michael Lutz, Sprecher der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft, kommentiert dies im «Tages-Anzeiger» allerdings etwas anders. Danach ist es in der Nacht auf Donnerstag auf dem Gelände von Ricola zu einem Polizeieinsatz gekommen und zwarim Sinne einer präventiven Massnahme: «Es hat die Befürchtung bestanden, dass ein Mitarbeiter eine unbedachte Handlung zuungunsten der Firma hätte machen können.» Diese Handlung hat laut Lutz dann aber nicht stattgefunden.

Das Zürcher Blatt berichtet auch davon, das Kohler Geld abgezweigt haben soll. Tatsächlich ist es zwei Tage vor dem Suizid, am Dienstag, bei Ricola zu einer brisanten Sitzung gekommen. «Adrian Kohler hat den Verwaltungsrat darüber informiert, dass es zu kleineren Unregelmässigkeiten im finanziellen Bereich gekommen ist», sagte ein Ricola-Sprecher gegenüber SonntagsBlick. «Er hat dieses Thema von sich aus zur Sprache gebracht.»

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