Asbest
Thomas Schmidheiny steht hinter seinem Bruder Stephan

Thomas Schmidheiny, der Bruder des im Rahmen der Absest-Affäre in Italien zu 16 Jahren Gefängnis verurteilten Stephan Schmidheiny, nimmt erstmals Stellung zum Vorgehen der italienischen Justiz. Er kann es «nicht nachvollziehen».

Andreas Schaffner und Sven Millischer
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Thomas Schmidheiny

Thomas Schmidheiny

Emanuel Freudiger

16 Jahre Gefängnis sowie Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe: Drei Wochen ist es her, seit ein Turiner Gericht den Schweizer Stephan Schmidheiny wegen angeblicher Unterlassung von Sicherheitsmassnahmen in zwei italienischen Eternit-Fabriken für schuldig gesprochen hat. Jetzt nimmt erstmals ein Mitglied der Industriellendynastie Schmidheiny Stellung zu diesem erstinstanzlichen Richterspruch in der Asbest-Affäre.

Gegenüber der az bekundet Thomas Schmidheiny, Bruder des Verurteilten, sein Unverständnis gegenüber dem Vorgehen der italienischen Justiz. Er könne es «absolut nicht nachvollziehen», dass am Prozess in Turin alles auf Stephan Schmidheiny fokussiert gewesen sei. «Er wollte ja weg von der schädlichen Asbestfaser und hat früh auf Innovationen gesetzt.»

Wiederwahl in den Verwaltungsrat

Thomas Schmidheiny hat von seinem Vater den Zementkonzern, der früher Holderbank hiess, übernommen. Er war bis 2001 CEO und bis 2003 Präsident des Verwaltungsrats. Als Verwaltungsrat ist Thomas Schmidheiny bis zur diesjährigen Generalversammlung gewählt.

Erstmals äussert sich der 66-Jährige auch zu seinen persönlichen Ambitionen beim Zementriesen: Thomas Schmidheiny stellt sich zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat.

«Ich denke, ich mache sicher noch eine Runde. Dann trifft mich die Alters-Guillotine. Mit 70 ist bei uns Schluss.» Ob seine Kinder dereinst in den Verwaltungsrat einsteigen möchten, will Schmidheiny offen lassen: «Das Potenzial, glaube ich, ist da.» Holcim ist der zweitgrösste Zementkonzern der Welt und hat seine Wurzeln im Kanton Aargau.

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