Schuld am Rückgang sei unter anderem Globus, teilte die Migros am Dienstag in einem Communiqué mit. Man habe Wertberichtigungen von 90 Millionen Franken auf die Warenhauskette vornehmen müssen.

Operativ hat sich die Migros nach dem Einbruch im Vorjahr wieder etwas gefangen. Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 7,8 Prozent auf 651 Millionen Franken.

Allerdings ist der Detailhandelskonzern noch weit von einstigen Höhen entfernt. Noch im Jahr 2016 hatte die Migros einen Betriebsgewinn von 911 Millionen Franken eingefahren.

Migros-Chef sieht sich trotz Gewinneinbussen auf Kurs:

Migros-Chef sieht sich trotz Gewinneinbussen auf Kurs

Die Migros ist im vergangenen Geschäftsjahr weiter gewachsen, musste unter dem Strich aber erneut Einbussen beim Gewinn hinnehmen. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir wachsen und Marktanteile gewinnen“, sagte Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen im Videointerview mit AWP. Die Verbesserung des operativen Ergebnisses zeige zudem auf, dass sein Unternehmen auf Kurs sei. Weitere Abschreibungen bei der Warenhauskette Globus würden sich derzeit nicht abzeichnen. Es werde aber noch einige Jahre brauchen, bis der Turnaround geschafft sei, so Zumbrunnen. Weiter äussert sich der Migros-Chef zur Forcierung des Online-Handels.

Ziel noch nicht erreicht

Die jetzige EBIT-Marge bleibe mit 2,3 Prozent auf tiefem Niveau, was den anhaltenden Margendruck widerspiegle. Die Migros-Gruppe sei mit dem leicht verbesserten operativen Ergebnis auf Kurs, jedoch noch nicht auf dem Niveau, das sie erreichen wolle, erklärte Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen: "Wir sind daran, unsere Leistungsfähigkeit zu verbessern."

Vor einem Jahr hatte der Migros-Chef vor den Medien gesagt: "Der Gewinn muss steigen. Niemand kann mit diesem Ergebnis zufrieden sein."

Finanzchef Jörg Zulauf rechnete damals damit, 2018 das längerfristige Ziel von 2 bis 4 Prozent Reingewinnmarge wieder zu schaffen. Das gelang nun nicht. Mit rund 1,7 Prozent ist die Reingewinnmarge gar noch tiefer als die 1,8 Prozent aus dem Vorjahr 2017.

Der Gruppenumsatz legte indes um 1,4 Prozent auf 28,5 Milliarden Franken zu, wie bereits seit Januar bekannt ist. Das ist ein Rekord.

Ursula Nold zur neuen Migros-Präsidentin gewählt

Ursula Nold zur neuen Migros-Präsidentin gewählt

Die neue Migros-Präsidentin heisst Ursula Nold. Die Delegierten der regionalen Genossenschaften haben damit am Samstag eine Frau aus den eigenen Reihen ins Präsidium der Verwaltung des Migros-Genossenschaftsbundes gewählt.

Auch Coop mit Gewinnrückgang

Zum Vergleich: Konkurrentin Coop musste im vergangenen Jahr ebenfalls einen Rückgang von 2,6 Prozent auf noch 473 Millionen Franken hinnehmen. Der Schuld am Taucher war das Aus des verlustreichen Onlinemarktplatzes Siroop Ende April.

Dieses riss operativ ein Loch von 35 Millionen Franken in die Kasse, was den Betriebsgewinn (EBIT) nach unten zog. Der EBIT fiel um 34 Millionen auf 772 Millionen Franken. Ohne Siroop wäre der Gewinn gestiegen.