Swiss-Schwester
20 Prozent weniger Lohnkosten: Edelweiss-Piloten sagen Ja zu Sparmassnahmen

Die Ferien-Fluggesellschaft muss wegen der Coronakrise sparen. Nun hat sich die Cockpit-Crew mit dem Management für Kostensenkungen einigen können.

Benjamin Weinmann
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Die Fluggesellschaft Edelweiss konnte mit ihrer Cockpit-Crew eine Einigung für Sparmassnahmen finden.

Die Fluggesellschaft Edelweiss konnte mit ihrer Cockpit-Crew eine Einigung für Sparmassnahmen finden.

Zvg / BAD

Das Swiss-Kabinenpersonal hat es vergangene Woche vorgemacht, nun zieht die Edelweiss-Cockpit-Crew nach: Die Piloten der Swiss-Schwesterairline haben sich mit ihrem Arbeitgeber über Sparmassnahmen im Zuge der Coronakrise geeinigt. «Ziel der Verhandlungen war es, gute und tragbare Lösungen zugunsten der Firma und der Mitarbeiter zu finden», sagt Kilian Kraus, Präsident des Pilotenverbandes Aeropers in einer Medienmitteilung. «Die Corona-Krise hat die Luftfahrt in eine sehr schwierige Situation gebracht und den Piloten der Edelweiss war klar, dass sie einen substanziellen Beitrag zur Krisenbewältigung leisten müssen», sagt Kraus.

Laut Aeropers forderert das Verhandlungsresultat von den Piloten grosse Zugeständnisse ab. Es gebe aber auch die Perspektive, nach der Krise wieder zu den ursprünglichen Bedingungen des nun temporär angepassten Gesamtarbeitsvertrages zurückzukehren.

Teilzeitarbeit mit weniger Lohn

Die Massnahmen sind vielfältig und auf die verschiedene Phasen der Markterholung angepasst. Zuerst wird die Kurzarbeit so lange wie möglich fortgeführt. Sobald diese nicht mehr zur Verfügung steht, die Nachfrage nach Flugreisen aber noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht und die Edelweiss noch zu viele Piloten angestellt hat, werden diese zu einem reduzierten Lohn in eine verordnete Teilzeit geschickt.

In dieser Phase kann die Edelweiss laut Aeropers dank den Zugeständnissen bis zu 20 Prozent der Cockpit-Lohnkosten sparen, auch aufgrund von tieferen Beiträgen bei der Pensionskasse. In einer dritten Phase, sobald die Piloten wieder Vollzeit arbeiten, sieht die Vereinbarung vor, dass die so genannte Flugzeitenregelungen aus dem laufenden Gesamtarbeitsvertrag angepasst werden, damit die Edelweiss ihre Piloten länger und flexibler einsetzen kann. Während dieser Zeit verzichten sie zudem auf Ferientage. Ende 2023 endet die ausgehandelte Vereinbarung und der Gesamtarbeitsvertrag kommt wieder zum Zug, mindestens bis Mitte 2024. Die Details der Vereinbarung werden nun den Edelweiss-Piloten vorgestellt, anschliessend benötigt es eine Abstimmung.

Bei der Swiss stocken die Verhandlungen

Noch keine Einigung kann die Aeropers allerdings bei ihrem wichtigsten Partner, der Swiss, verkünden. «Mit ihr befinden wir uns immer noch mitten in den Verhandlungen», sagt Aeropers-Präsident Kraus. Bei der grossen Schwester der Edelweiss liessen die Fortschritte leider auf sich warten. Die nächsten Verhandlungsrunden würden zeigen, wie es weiter gehe.

«Alle Zugeständnisse der Mitarbeiter werden aber nicht helfen, wenn die Rahmenbedingungen sich nicht verbessern», sagt Kraus. «Wir verlangen deshalb europäisch einheitliche Regelungen und die umgehende Prüfung und Umsetzung von Alternativmassnahmen zur Quarantänepflicht in der Schweiz.» Bleibe die Unsicherheit in Bezug auf die Reiseregelungen läger bestehen, werde die Luftfahrt weiter leiden und ein Flotten- und Stellenabbau würde unvermeidbar.