Auf 38 Franken hat die Stadler Rail AG den Ausgabepreis ihrer Aktien festgelegt. Damit lag der Preis in der oberen Hälfte des Zielbandes von 33 bis 41 Franken. Der Börsengang war mehrfach überzeichnet. Das heisst: Die Nachfrage nach Stadler-Titeln überstieg das Angebot von insgesamt 35 Millionen Aktien aus den Beständen des Hauptaktionärs und Verwaltungsratspräsidenten Peter Spuhler um einen Faktor x.

Den Handel aufgenommen haben die Aktien mit 42 Franken, gut 10,5 Prozent höher als der Ausgabepreis. Das bisherige Höchst beträgt 42.895 Franken, das Tiefst 40.95 Franken. Die Aktie hielt sich zunächst über dem Eröffnungskurs von 42 Franken und hat dann wieder etwas nachgegeben.

Der Verlauf der Stadler-Aktien von Börsenstart bis 11.21 Uhr

Der Verlauf der Stadler-Aktien von Börsenstart bis 11.21 Uhr

1,3 Milliarden für Peter Spuhler

Stadler Marktkapitalisierung beträgt damit annähernd 4,2 Milliarden Franken. Spuhler sind aus der Platzierung seiner Titel im Publikum 1,33 Milliarden Franken zugeflossen. Wird die Mehrzuteilungsoption innert 30 Kalendertagen vollständig ausgeübt, wovon auszugehen ist, erhöht sich die Emission von 35 auf 40,25 Prozent. Zählt man den Anteil von 3,16 Prozent hinzu, der schon zuvor bei rund 150 Kaderangestellten Stadlers gelegen hat, wird der Streubesitz (Free Float) auf 43,41 Prozent steigen. Dieser Teil der Stadler-Aktien ist frei über die Börse handelbar.

Spuhler wird dann noch 39,7 Prozent halten, die deutsche RAG-Stiftung 10 Prozent und 17 Mitglieder der Konzernleitung sowie des Verwaltungsrates 6,89 Prozent. All diese Aktionäre haben sich im Vorfeld verpflichtet, ihre Aktien für mindestens 12 Monate zu halten. Zudem wollen sie ihren kumulierten Anteil an Stadler für weitere 24 Monate nicht unter 30 Prozent fallen lassen.

Viele Verkäufer, viele Käufer

Der Blick auf den Verlauf an der Börse zeigt, dass ein reger Handel mit Stadler-Aktien stattfindet. Offensichtlich nutzen viele Investoren den Kurssprung dazu, ihre Titel umgehend mit Gewinn abzustossen, während andere, die keine oder nur wenige Aktien zugeteilt erhalten haben, sich eindecken.

Um 9.37 Uhr erreichte das Handelsvolumen mit Stadler-Aktien bereits eine halbe Milliarde Franken. Zum Vergleich: Am zweitmeisten gehandelt wurden bis zu diesem Zeitpunkt Titel des Augenheilkunde-Konzerns Alcon mit knapp 90 Millionen Franken. Alcon war erst am Dienstag als Abspaltung des Pharmakonzerns Novartis an die Börse gebracht worden.

Spuhler zeigt sich gut gelaunt

In einer Mitteilung lässt sich Spuhler zitieren, «ich bin sehr erfreut über die erfolgreiche Platzierung und die grosse Nachfrage nach Aktien von Stadler». Das Zeichnungsbuch spiegle «das grosse Interesse, das Schweizer und internationale institutionelle Investoren sowie Privatanleger aus der Schweiz unserem Unternehmen entgegenbringen». Spuhler sagt wiederholt, er bleibe «als exekutiver Verwaltungsratspräsident und grösster Aktionär langfristig weiterhin voll engagiert».

Positiv äussert sich auch Börsenchef Jos Dijsselhof: «SIX ist stolz, Stadler an der Schweizer Börse zu begrüssen, ein Unternehmen, das die Kombination aus Pioniergeist, Innovation und nachhaltigem Unternehmertum repräsentiert.»