Konsum

Shoppingcenter verlieren Kunden – Migros hat bei Prestige-Center ein Problem

Das Shopping-Center Spreitenbach.

Das Shopping-Center Spreitenbach.

Jeder zweite Einkaufstempel erzielt weniger Umsatz.

Jahrelang war kein Ende in Sicht: Shoppingcenter wurden in allen Landesecken gebaut. Doch dann kam die Franken-Krise und mit ihr der Einkaufstourismus. Gleichzeitig begannen die Kunden in grossem Masse ihre Schuhe, Röcke und Bücher im Internet einzukaufen.

Während der gesamte stationäre Detailhandel nachgab, litten die Shoppingcenter überdurchschnittlich. So auch im vergangenen Jahr, wie neuste Zahlen des Marktforschers GfK zeigen. 2017 lagen die Umsätze 1,1 Prozent im Minus. Immerhin: Das Minus wird kleiner. In den beiden Vorjahren hatte es noch bis zu 3 Prozent betragen.

Der Flop an der Löwenstrasse

Von den Top 5 stagnierten drei Center und zwei büssten Umsatz ein. Mehr als die Hälfte der Konsumtempel mussten zuletzt weniger Einnahmen verbuchen. «Die Sättigung ist erreicht», sagte GfK-Experte Thomas Hochreutener gestern bei der Präsentation der Zahlen am Shopping Center Forum in Zürich. «Es existierten praktisch keine Projekte für neue Center mehr», sagt Hochreutener. Viel eher rechnet er mit Schliessungen oder Umnutzungen. Und: «Viele Center haben dringend eine Revitalisierung nötig.»

Dass diese aber auch misslingen können, zeigt das Beispiel des einstigen Vorzeige-Centers Migros City an der Zürcher Löwenstrasse. 2014 entschied sich die Migros für einen Umbau. Doch seit der Wiedereröffnung liegen die Umsätze deutlich unter dem früheren Niveau – und das nicht nur wegen der Flächenreduktion um 14 Prozent. Der GfK-Vergleich: 2010 setzte die Migros City 113 Millionen Franken um, im letzten Jahr waren es nur 79 Millionen – mehr als 30 Prozent weniger. Auch die Flächenproduktivität liegt deutlich hinter dem alten Wert zurück. Den Grossteil der Flächen vermietet die Migros an eigene Formate wie Hotelplan, SportXX, Kaimug und Hitzberger.

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