Wirtschaft

Schweizer Schokolade: Produzenten sehen Arbeitsplätze in Gefahr

Die Schweizer Schokoladeindustrie musste in der Coronakrise massive Umsatzeinbrüche hinnehmen. (Symbolbild)

Die Schweizer Schokoladeindustrie musste in der Coronakrise massive Umsatzeinbrüche hinnehmen. (Symbolbild)

Weil Schokolade im Ausland oft an Flughäfen verkauft und im Inland von Touristen gekauft wird, trifft die Pandemie die Hersteller hart. Nun will die Branche, dass die Politik für tiefere Rohstoffpreise sorgt.

(wap) Die traditionsreichen Schweizer Chocolatiers haben an zwei Fronten gleichzeitig zu kämpfen: Die Coronakrise liess den Branchenumsatz im Sommer um 21,5 Prozent einbrechen, wie der Branchenverband Chocosuisse am Dienstag mitteilte. Doch damit nicht genug: Weil der Bund die Preise für die Grundrohstoffe Milch und Zucker weit über dem internationalen Niveau fixiert, könnten die Schweizer mit den Preisen der Konkurrenz immer schlechter mithalten.

Nun schlägt die Branche Alarm. «Gibt die Politik nicht Gegensteuer, sind Arbeitsplätze in einer der traditionsreichsten Branchen der Schweiz gefährdet», schreibt Chocosuisse. Protektionistische Regulierungen gefährdeten den Produktionsstandort Schweiz.

Milch und Zucker kosten den Herstellern zu viel

Bis 2019 hatte die Schweiz mit einem sogenannten «Schoggi-Gesetz» die milchverarbeitende Industrie finanziell unterstützt, musste diese Praxis aber auf Druck der Welthandelsorganisation WHO aufgeben, die darin eine verbotene Exportsubvention sah. Mit der Nachfolgeregelung ist die Schokoladebranche nicht zufrieden, ausserdem stört sie sich am 2019 eingeführten Mindestgrenzschutz für einheimischen Zucker. Dieser verteuere die Produktion zusätzlich, so die Branche.

Angesichts der akuten Krise der Branche müsse die Politik jetzt handeln. Milch und Zucker müssten für die Schokoladeproduzenten günstiger werden. «Statt den Produktionsstandort Schweiz weiter zu schwächen, müssten jetzt dringend bestehende Wettbewerbsverzerrungen beseitigt werden», fordert Chocosuisse.

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