Wirtschaft

Raiffeisen-Skandal: Auch Geschäftspartner im Visier der Justiz – weitere Anzeige gegen Vincenz

In der Bredouille: Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz.

In der Bredouille: Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz.

In der Affäre um Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz verdichten sich die Anzeichen, dass es frühestens im Herbst zu Anklagen kommt. Zudem soll es auch Strafuntersuchungen gegen mehrere weitere Personen geben.

Der Skandal um den früheren Raiffeisen-Boss Pierin Vincenz weitet sich aus. Wie die «NZZ am Sonntag» mit Verweis auf verfahrensnahe Kreise berichtet, laufen Strafverfahren gegen einen «grossen Kreis» von Beschuldigten. Dabei handelt es sich offenbar nicht um gegenwärtige oder frühere Raiffeisen-Mitarbeiter, sondern um Geschäftspartner.

Versiegelung wohl schuld an Verzögerungen

Seit Ende 2017 laufen gegen Pierin Vincenz und dessen langjährigen Geschäftspartner Beat Stocker Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, kann die Staatsanwaltschaft offenbar nach wie vor nicht auf Unterlagen zurückgreifen, die aus der Durchsuchung von Wohnhäusern und Büros mehrerer Manager aus dem Umfeld der Bank stammen.

Das Material, darunter Handydaten oder Festplatten von Computern, sei auf Antrag der Beschuldigten versiegelt worden. Zu diesem Schritt greifen Beschuldigte laut einem im Artikel zitierten Experten häufig als taktische Massnahme, um Zeit zu gewinnen.

Wie die «NZZ am Sonntag» mutmasst, hat die Versiegelung wohl massgeblich dazu beigetragen, dass eineinhalb Jahre nach Beginn der Untersuchungen gegen Vincenz und Stocker noch keine Anklageschriften vorliegen. Experten rechnen laut dem Bericht damit, dass es frühestens im Herbst zu Anklagen kommen wird.

Ein allfälliger Prozess könnte frühestens im Sommer 2020 beginnen. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass sich das Entsiegelungsverfahren bis ins Jahr 2020 hinziehe, was die Anklageschrift weiter hinauszögern würde, schreibt die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die Experten.

Weitere Anzeige gegen Vincenz

Laut einem Bericht der «Sonntagszeitung» wurde Pierin Vincenz überdies nicht nur wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, sondern auch wegen Verletzung des Geschäftsgeheimnisses angezeigt. In dieser Angelegenheit wurde Anfang Jahr auch Nadja Ceregato-Vincenz, die Ehefrau von Pierin Vincenz, einvernommen. Es gilt in allen Fällen die Unschuldsvermutung.

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