Personalie
Sabrina Soussan zieht weiter: So reagiert die Börse auf den CEO-Knall bei Dormakaba

Sabrina Soussan tritt per Ende Jahr überraschend als Chefin von Dormakaba zurück. Die Leitung des weltweit tätigen Schweizer Schlüsselkonzerns übernimmt Jim-Heng Lee. Die Börse reagiert.

Florence Vuichard
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Kurzzeit-CEO bei Dormakaba: Sabrina Soussan.

Kurzzeit-CEO bei Dormakaba: Sabrina Soussan.

Zvg / Aargauer Zeitung

Damit hat niemand gerechnet: Nach nur gerade neun Monaten schmeisst Sabrina Soussan den Chefposten beim Schweizer Schliesstechnikspezialisten Dormakaba wieder hin. «Ich sehe mich als Dienerin der Aktionäre», sagte sie noch Mitte November als sie die «Schweiz am Wochenende» zu einem grossen Interview empfing. «Das ist mein Job, dafür bin ich da.» Aber jetzt hat sie offensichtlich einen besseren Job gefunden: Sie wird Chefin von «Neu Suez», einer wettbewerbsrechtlichen Firmenausgliederung mit Sitz in Paris, entstanden nach der Übernahme von Suez durch Veolia.

«Neu Suez», wie das Konglomerat provisorisch genannt wird, ist hauptsächlich im Entsorgungs- und Wassergeschäft in Frankreich tätig und erwirtschaftet mit rund 45’000 Mitarbeitenden einen Umsatz von an die 7 Milliarden Euro – und ist damit deutlich grösser als Dormakaba. Das Fusionsprodukt aus dem Schweizer Schlüsselunternehmen Kaba und seinem deutschen Konkurrenten Dorma weist mit rund 15’000 Angestellten einen Umsatz von 2,5 Milliarden Franken aus.

Enttäuschte Aktionäre

Gemäss «Le Monde» haben die «Neu Suez»-Lenker seit dem Frühling Dutzende von internen und externen Kandidaten geprüft. In Rümlang ZH, am Hauptsitz von Dormakaba, zeigt man sich ob dem überschnellen Abgang der neuen Chefin konsterniert. Der Verwaltungsrat dankt Soussan «für ihr kurzes, aber engagiertes Wirken» und wünscht «ihr für die Zukunft alles Gute». Das wars dann auch schon. Denn eigentlich hatten alle gehofft, dass Soussan die im November vorgestellte und von ihr erarbeitete neue Strategie auch noch umsetzt. Nun muss das Jim-Heng Lee machen, der seit 2014 in der Geschäftsleitung sitzt und bei der letzten Chefwahl gegen Soussan unterlag. Der Verwaltungsrat hat ihn zum neuen CEO ernannt. Er wird in den nächsten Wochen von Singapur in die Schweiz ziehen.

Wenig erfreut reagierten die Aktionäre auf den Abgang der Chefin, hatte sie dem Unternehmen «ambitionierte», aber auch «realistische» Ziele gesetzt, wie sie im Interview betonte. Die Anleger sind offensichtlich nicht davon überzeugt, dass diese Ziele auch ohne Soussan erreicht werden können. Die Papiere verloren am Dienstag rund 13 Prozent an Wert.

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