Der Namensstreit zwischen dem Surseer Discounter Otto’s und dem deutschen Onlinehandels- und Versandunternehmen Otto Group ist – vorerst – beendet. «Zu Unrecht» habe das Luzerner Kantonsgericht nicht geprüft, ob der Markteintritt von Otto in der Schweiz eine Verwechslungsgefahr schaffe. Darum hebt das Bundesgericht den Entscheid aus Luzern auf und weist die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück.

Der Fall läuft seit zwei Jahren und ist komplex. Vereinfacht lässt sich nun sagen: Die Lausanner Richter geben Otto’s recht, es bestehe klar eine Verwechslungsgefahr. Die Otto Group wollte mit der Webadresse «www.otto-shop.ch» in den Schweizer Markt eintreten. Otto’s wehrte sich dagegen, unter anderem mit dem Argument, die Otto Group habe zwar früh in der Schweiz ihre Marke registriert, diese aber nie gebraucht. Dies entspricht auch dem Sinn des Schweizer Rechts. Die Hamburger wiederum verwiesen auf einen deutsch-schweizerischen Staatsvertrag aus dem Jahr 1892, demgemäss eine Nutzung in Deutschland auch in der Schweiz anerkannt würde.

Es ist richtig, dass Otto’s bis vor die letzte Instanz zog. Im Zeitalter des Internets und der Suchmaschinen wird der Markenname immer wichtiger. Wer etwas sucht, tut dies über Suchmaschinen wie Google. Diejenigen Resultate, die zuoberst erscheinen, werden in der Regel angeklickt. Klar: Das Logo bleibt wichtig, der optische Wiedererkennungswert ist nicht wegzudiskutieren. Doch der Name gewinnt beinahe täglich an Bedeutung. Die Suchmaschinen definieren das Feld, auf dem gespielt wird.

Zum Schluss sei wertfrei gesagt: Wer sich mit einem gängigen Namen wie «Otto» oder «Otto’s» im Markt bewegt, muss mit Streitigkeiten rechnen. Um solche zu lösen, gilt es dann eben, ein gesundes – zeitgemässes – Augenmass an den Tag zu legen.