Wallis
Ölfirma kritisiert Walliser Regierung wegen «unrealistischen» Fristen

Die Erdölfirma Tamoil Schweiz kritisiert in einem offenen Brief den Kanton Wallis. Die Fristen, die er für die Sanierung der Raffinerie in Collombey gesetzt hat, seien "unrealistisch".

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Die Tamoil-Ölraffinerie in Collombey

Die Tamoil-Ölraffinerie in Collombey

Keystone

Tamoil hat den Brief auf der firmeneigenen Website veröffentlicht. Er richtet sich an Rolf Hartl, den Präsidenten der Erdöl-Vereinigung. In dem Schreiben, das die Walliser Tageszeitung "Le Nouvelliste" am Donnerstag thematisiert hat, wehrt sich Tamoil gegen die "inakzeptable" Haltung der Walliser Umweltbehörden.

In einem Treffen mit der Walliser und der Waadtländer Regierung habe Tamoil im September 2011 darauf hingewiesen, dass sich die Firma in einer schwierigen Situation befinde - zum einen durch wirtschaftliche Schwierigkeiten des weltweiten Öl-Raffineriegeschäfts, zum anderen durch einen "Quasi-Boykott" der Firma nach der libyschen Revolution.

Dennoch würden die Walliser Behörden auf dem Standpunkt beharren, dass Tamoil dem Zeitplan zugestimmt habe.

Vorübergehend geschlossen

Der Brief sei ein Aufruf zur Vernunft, sagte eine Tamoil-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Bei der Festlegung der Fristen seien die Argumente der Firma nicht zur Kenntnis genommen worden.

Im September 2012 hatte die Raffinerie auf Geheiss des Kantons den Betrieb vorübergehend einstellen müssen, um Sanierungsmassnahmen - vor allem in Bezug auf die Luftreinhaltung - durchzuführen.

Anfang Oktober ging die Anlage wieder in Betrieb. Bereits zu diesem Zeitpunkt kündigten Kantonsvertreter an, den Druck auf das Unternehmen aufrechtzuerhalten. Die Raffinerie habe in Umweltangelegenheiten immer noch Nachholbedarf. Die nächsten Sanierungsschritte betreffen den Gewässerschutz.