Bislang war sie von 1,6 Prozent ausgegangen, während die deutsche Regierung 1,0 Prozent erwartet. Im kommenden Jahr soll es laut der OECD zu 1,1 Prozent reichen, nachdem bislang 1,4 Prozent prognostiziert worden waren. Als Hauptgrund für die Schwäche gilt die langsamer wachsende Weltkonjunktur, von der Export-Europameister Deutschland besonders abhängig ist.

"Die globale Expansion verliert angesichts erhöhter politischer Unsicherheit, anhaltender Handelsspannungen und fortgesetzter Rückgänge des Vertrauens von Unternehmen wie Verbrauchern weiter an Dynamik", betonte die OECD. "Eine stärkere Abschwächung in China würde das globale Wachstum belasten und könnte das Wachstum in Europa weiter schwächen."

Brexit sorgt für Unsicherheiten

Für Italien sagt die Organisation ein Rezessionsjahr voraus. Das Bruttoinlandsprodukt soll 2019 um 0,2 Prozent schrumpfen, dem 2020 eine leichtes Wachstum von 0,5 Prozent folgen soll. Für Frankreich werden in beiden Jahren 1,3 Prozent vorausgesagt.

"In Europa bestehen nach wie vor erhebliche politische Unsicherheiten, auch beim Brexit", hiess es. "Ein ungeordneter Ausstieg würde die Kosten für die europäischen Volkswirtschaften erheblich erhöhen." Deutlich zurückgenommen wurde auch die Prognose für Grossbritannien, das in diesem Monat aus der EU austreten will. Für das laufende Jahr wurde die Prognose von 1,4 auf 0,8 Prozent gesenkt, für 2020 von 1,1 auf 0,9 Prozent.

Deutlich mehr Wachstum in den USA

Wesentlich besser dürfte es in der weltgrössten Volkswirtschaft USA laufen. Hier rechnet die OECD mit einem Wachstum von 2,6 Prozent, dem 2020 ein Plus von 2,2 Prozent folgen soll. "Solide Arbeitsmarktergebnisse und günstige finanzielle Bedingungen stützen weiterhin die Einkommen und Ausgaben der Haushalte", erklärte die OECD. "Aber höhere Zölle haben begonnen, die Unternehmenskosten und -preise zu erhöhen." Das Wachstum von Investitionen und Exporten habe sich bereits abgeschwächt.

Für China sagen die Experten eine schrittweise Abkühlung voraus. 2020 soll das Wachstum noch sechs Prozent betragen. "Die Handelsspannungen lasten zunehmend auf Exporten und Industrieproduktion", hiess es mit Blick auf den Handelskonflikt mit den USA. Die beiden weltgrössten Volkswirtschaften haben sich gegenseitig mit Strafzöllen überzogen. Die Regierung in Peking versucht, mit einem grossangelegten Konjunkturprogramm die Wirtschaft in Schwung zu halten.