Wirtschaft

Nick Hayek: «Die Schweiz muss aufpassen, dass sie nicht zum Museum wird»

Swatch-Chef Nick Hayek präsentiert die Smartwatch "Swatch Touch Zero One". (Archiv)

Swatch-Chef Nick Hayek präsentiert die Smartwatch "Swatch Touch Zero One". (Archiv)

Es werde in der Schweiz alles getan, «die Geisteshaltung auszurotten», dank der hierzulande Marken und Produkte von Weltbedeutung geschaffen würden. Dies schreibt Swatch-Group-Chef Nick Hayek in einem Gastbeitrag für die Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Insbesondere die Industrie leide - Hayek führt dies auf wirtschafts- und geldpolitische Massnahmen zurück, aber auch auf eine schädliche "Bankermentalität". Hayek: "Die Produktion von Gütern ist das Herz einer langfristigen, gesunden Wertschöpfungskette. Sie sichert uns den sozialen Frieden und sorgt nicht für kurzfristigen Reichtum, sondern für die langfristige Sicherung einer Mittelschicht."

Dazu brauche es "nicht tiefste Löhne, auch nicht schlechte Arbeitsbedingungen. Nein, sie braucht die pragmatische Geisteshaltung von Unternehmern, Gewerkschaften und Politikern, und es braucht Vertrauen." Politikern wirft er vor, sie seien oft mutlos und würden "nur in der Welt der Regulierung und Standardisierung leben".

Sorgen bereitet Hayek auch der "extrem überbewertete Schweizer Franken". Zur SNB schreibt er in der "Schweiz am Sonntag": "Unsere Währungshüter von der braven, etwas biederen Nationalbank haben uns deutlich gezeigt wie schwach wir mittlerweile geworden sind. Wir können uns nicht wehren, wir sind zu klein, und das Risiko ist zu gross. Die Welt der Schweizer Nationalbanker ist die der Theorien, der Rechtfertigungen, die von Ratlosigkeit, Mutlosigkeit und mangelnder Kreativität zeugen. Es ist die Geisteshaltung von Verwaltern anstatt von Gestaltern." Die Industrie müsse kämpfen, damit ihre Produkte künftig "nicht nur im Museum bewundert werden können."

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