Pharmabranche

Die Nachfolge ist geregelt: Roche holt die fünfte Generation an Bord

Die fünfte Generation der Familien Hoffmann und Oeri ist nun Teil des Roche-Familien-Pools.

Die fünfte Generation der Familien Hoffmann und Oeri ist nun Teil des Roche-Familien-Pools.

Die Familien der Nachkommen des Firmengründers kontrollieren den Pharmakonzern weiter. Neun Mitglieder der fünften Generation befinden sich nun im Aktionärs-Pool der Familie.

Die Nachkommen des Roche-­Gründers Fritz Hoffmann machen einen wichtigen Schritt zur Absicherung ihrer Kontrollmehrheit. Wie die beiden ­Familien Hoffmann und Oeri ­bekannt geben, ist nun auch die fünfte Generation mit an Bord. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Erben des Gründers ihre Aktien in einem Familienpool zusammengefasst, mit dem sie ihre Stimmen ausüben. Da nur die Inhaberaktien stimmberechtigt sind, jedoch nicht die Genussscheine von Roche, kontrollieren die beiden Familien mit einem Kapitalanteil von gut 8 Prozent rund 45 Prozent der Stimmen.

Neu in den Familienpool aufgenommen wurden die Vertreter der fünften Generation des Hoffmann-Zweigs. Das sind sieben Kinder von Vera, Maja und André Hoffmann. Letzterer ist Vizepräsident im Verwaltungsrat von Roche und Sprecher des Familienpools. Die Hoffmann-Kinder sind alle im Alter zwischen 20 und 30 Jahre, weshalb sich nun ihre Aufnahme aufgedrängt hat. Bereits Teil des Pools sind die beiden Kinder von Sabine Oeri: Jörg und Lukas Duschmalé sind bereits vor zehn Jahren aufgenommen worden.

«Unabhängigkeit der Firma langfristig erhalten»

Von den fünf Oeri-Geschwistern hat neben Sabine nur noch Maja Oeri Kinder. Sie hat sich jedoch ebenfalls vor zehn Jahren dazu entschieden, den Pool zu verlassen und über ihre 5 Prozent der Inhaberaktien alleine zu verfügen. Ihre beiden Söhne sind damit vorerst nicht Teil des Familienpools. Dass Maja Oeri bislang stets im Sinne des Familienpools gestimmt hat, blieb die Kontrollmehrheit von etwas mehr als 50 Prozent bestehen. Daran dürfte sich auch auf absehbare Zukunft nichts ändern.

Bereits damals vor zehn Jahren wurde der Pool auf unbestimmte Zeit verlängert. Zusammen mit der Aufnahme der fünften Generation unterstreiche die Aktionärsgruppe damit den Willen, die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Firma langfristig zu erhalten und damit wichtige Voraussetzungen für den künftigen Erfolg von Roche zu schaffen, schreibt der Familienpool in einer Mitteilung.

«Wir fühlen uns dem Erbe des Firmengründers Fritz-Hoffmann-La Roche verpflichtet», wird Sprecher André Hoffmann darin zitiert. Es sei für die Familie eine grosse Freude, dass nun neun Mitglieder der nächsten Generation im Pool vertreten seien. «Wir können so unserem Unternehmen die Sicherheit geben, dass sich unsere Familien wie seit über 120 Jahren auch in den kommenden Jahrzehnten zur Stabilität im Aktionariat von Roche bekennen.» Dies schaffe die Grundlage, dass sich das Unternehmen weiterhin langfristig ausrichten können. Gerade für die Forschung und ­Entwicklung im Pharma- und Diagnostikgeschäft sei diese Langfristigkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor.

15 Mitglieder von zwei Generationen

Wie bereits vor über einem Jahr bekannt wurde, wird es im nächsten Jahr auch zu einer Ablösung im Verwaltungsrat von Roche kommen. Der 70-jährige Andreas Oeri, seit 1996 im Gremium, wird auf die kommende Generalversammlung im März zurücktreten. Auf ihn wird der 35-jährige Jörg Duschmalé folgen. Er hat Chemie an der Universität Basel studiert und während dreier Jahre als Forscher bei Roche gearbeitet.

Im Pool sind nun 15 Familienmitglieder vertreten, sechs ­davon seitens der vierten Generation und neun der fünften. ­Aktien hält zudem die Stiftung Wolf, die von Andreas, Catherine und Sabine Oeri gegründet wurde. Aktien besitzt zudem die Artuma Holding von Maja Hoffmann.

Die reibungslose Einbindung der fünften Generation ist auch der Tatsache zu verdanken, dass die fünfte Generation nicht sehr viel grösser ist als die vierte. So stehen neun Mitglieder der vierten Generation elf Angehörigen der fünften Generation gegenüber. Wäre die fünfte Generation bedeutend grösser, wäre es vermutlich weit schwieriger gewesen, diese einzubinden und deren Interessen anzugleichen.

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