Elektroauto

Nach Streit mit den Behörden: Elon Musk darf die Tesla-Fabrik in Kalifornien wieder in Betrieb nehmen

Um diese Fabrik stritten sich Elon Musk und die Behörden: Die Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont.

Um diese Fabrik stritten sich Elon Musk und die Behörden: Die Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont.

Ab Montag wird dem Elektroautohersteller wieder ein Minimalbetrieb seiner einzigen Fabrik in den USA erlaubt. Dies kommt einem Sieg für Elon Musk gleich, dem Chef und Gründer von Tesa.

Der Streit zwischen Elon Musk und dem Verwaltungsbezirk Alameda County in Kalifornien, dem Standort einer Fabrik des Autobauers Tesla, scheint zu Ende zu sein. In der Nacht auf Mittwoch gab die Gesundheitsbehörde des Verwaltungsbezirks bekannt, dass Tesla am Montag den Betrieb in der Produktionsstätte in Fremont wieder aufnehmen könne. Vorderhand sei aber nur ein Minimalbetrieb («Minimum Business Operations») erlaubt, hielt Alameda County in einer schriftlichen Stellungnahme fest. Tesla müsse unter Beweis stellen, dass die Gesundheit der Angestellten nicht gefährdet sei.

Tesla-Chef Elon Musk kann in Kalifornien wieder produzieren.

Tesla-Chef Elon Musk kann in Kalifornien wieder produzieren.

Der Tesla-Hauptaktionär Musk zeigte sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zufrieden über diese Entscheidung. Der Unternehmer verbreitete einen Artikel einer unabhängigen Internet-Seite weiter, in der die Sicherheitsvorkehrungen in der Tesla-Fabrik gelobt wurden. In Fremont arbeiten rund 10'000 Angestellte. Analysten sagen, dass rund 70 Prozent der Tesla-Autos in der Produktionsstätte in Kalifornien hergestellt werden.

«Wenn jemand verhaftet werden soll, dann bitte mich»

Musk hatte am vergangenen Wochenende bekanntgegeben, dass die Produktion in Fremont am Montag wieder aufgenommen werde – nötigenfalls auch ohne Einverständnis der lokalen Gesundheitsbehörde. «Wenn jemand verhaftet wird, dann bitte ich darum, dass es nur mich trifft», schrieb Musk. Der Multi-Milliardär warf der Gesundheitsbehörde vor, sich über die Anordnungen des Gouverneurs von Kalifornien hinweggesetzt zu haben, die Wirtschaft wieder hochzufahren und den Betrieb von Fabriken zu erlauben. Nötigenfalls werde er den Geschäftssitz nach Texas oder Nevada verlegen, drohte Musk. Am Samstag reichte der Autobauer eine Klage vor Bundesgericht in San Francisco ein.

Musk hat sich nicht nur als unternehmerischer Tausendsassa einen Namen gemacht; er profiliert sich auch regelmässig als Querdenker und scharfer Behördenkritiker. Die Fremont-Fabrik machte er deshalb Ende März nur widerwillig dicht, obwohl die Westküste anfänglich von der Corona-Pandemie stark betroffen war. Mittlerweile zählt Alameda County mit seinen rund 1,7 Millionen Bewohnern gemäss offiziellen Schätzungen gegen 2100 Corona-Kranke. Die Lockdown-Bestimmungen im Grossraum San Francisco/Oakland, zu dem Alameda gehört, dauern noch mindestens bis Ende Monat.

Unterstützung erhielt Musk bei seinem Konfrontationskurs vom «Wall Street Journal». Ein Kolumnist nannte ihn einen modernen Bürgerrechtler. In einem Meinungsartikel der Wirtschaftszeitung wurde Musk für sein Rückgrat gelobt; und dafür, dass er sich gegen geradezu diktatorische Behörden-Vorgaben wehre. Lob erhielt Musk auch Präsident Donald Trump.

Dies wiederum führte dazu, dass viele Gegner des Präsidenten sich (geradezu reflexartig) auf Musk einschossen. Musk müsse zur Kenntnis nehmen, dass für Milliardäre dieselben Regeln gälten wie für Normalsterbliche, lautete der Tenor dieser Meinungsäusserungen.

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