Handy aus der Tasche kramen, ans Kreditkarten-Terminal halten – und schon ist der Einkauf bezahlt. Das funktioniert seit heute mit dem Service Google Pay auch in der Schweiz. Dazu wird die im Google-Konto hinterlegte Kreditkarte genutzt. Bezahlt werden kann auf diese Weise überall dort, wo man auch mit kontaktlosen Kreditkarten seinen Einkauf begleichen kann – mittlerweile also fast in allen Geschäften in der Schweiz.

Und dennoch dürfte der Service anfangs bloss ein Nischendasein fristen. Denn, um ihn zu nutzen, braucht man die richtige Kreditkarte – zum Beispiel eine von Cornèrcard oder BonusCard. Die grossen Schweizer Banken und die Post Finance, über welche die meisten Schweizer ihre Kreditkarte beziehen, machen beim Start von Google Pay nicht mit.

Die UBS boykottiert Google, Apple und Samsung

In Zukunft soll sich das aber ändern. Die Credit Suisse hat bereits eine Kooperation angekündigt, allerdings nur mit Prepaid-Karten. Und auch mit den anderen Banken ist Google im Gespräch. „Die Banken haben auch andere Investitionen im Mobile Payment getätigt, deshalb ist das nicht ganz einfach, sie für uns zu gewinnen“, sagt Florence Diss, die in Europa die Geschäftspartnerschaften verantwortet. Und sie gibt sich überzeugt, dass dereinst auch die UBS an Bord geholt werden könne. Die grösste Schweizer Bank boykottiert bisher auch die in der Schweiz bereits seit längerem verfügbaren Konkurrenzprodukte Apple Pay und Samsung Pay.

„Das Interessante für die Konsumenten ist, dass sie damit Google Pay nicht nur in der Schweiz bezahlen können“, sagt Patrik Warnking, Chef von Google-Schweiz. Damit spielt er auf die von den Schweizer Banken und der Post etablierte Bezahllösung Twint an, die nur innerhalb der Ländergrenze funktioniert.

Und der Datenschutz?

Mit Google Pay kann man auch in ausgewählten Online-Shops einkaufen. Da neben Kreditkartendaten auch die Lieferadresse hinterlegt werden kann, muss man diese nicht bei jedem Online-Händler aufs Neue eingeben oder sich registrieren. Das vereinfacht den Bezahlungsprozess. Laut Google sind lediglich zwei Klicks nötig, um eine Bestellung auszulösen.

Google verspricht, dass sowohl bei Online- als auch bei Offline-Bezahlungen keine Daten für personalisierte Werbung gesammelt werden. Anders als die Kreditkartenfirma, über welche die Zahlung abgewickelt wird, verdient Google bei einer Transaktion nicht mit. Mit dem Service will der Grosskonzern aber den Nutzern nicht nur das Leben leichter machen, sondern sie auch noch mehr ins Google-Universum hineinziehen.