Swiss weckt den Flughafen Sion aus dem Dornröschenschlaf. Ab 2. Februar fliegt die Schweizer Airline Skitouristen aus London direkt nach Sitten.

So weit so gut. Was in Zeiten der Klimastreiks für Stirnrunzeln sorgt: An zwei Samstagen bietet die Airline zudem Flüge von Zürich nach Sitten an.

«Winter Wonderland Wallis. Jetzt Flug buchen», bewirbt die Swiss auf sozialen Medien die Verbindung und zeigt ein Bild des verschneiten Rhonetals.

So bewirbt Swiss den Inlandflug:

So bewirbt Swiss den Inlandflug.

So bewirbt Swiss den Inlandflug.

Der Flug dauert rund 45 Minuten und verursacht laut dem Klima-Rechner von myclimate.ch 0.097 Tonnen Co2 pro Person. Zum Vergleich: Mit dem Zug braucht man von Zürich nach Sion 2:32 Stunden.

Fliegen ruiniert die individuelle CO2-Bilanz. Immer mehr Menschen schämen sich für ihre Flugzeug-Trips. Grüne Politiker und Mobilitätforscher fordern bereits, Inlandflüge unter 500 Kilometer zu verbieten.

Warum bewirbt die Swiss diese Verbindung trotzdem? Eine entsprechende watson-Anfrage von Dienstagmittag konnte die Swiss bis zur Stunde nicht beantworten.

Die Strecke ist quasi ein «Abfallprodukt» der Strecke Sion-London City, welche mit einem aus Zürich kommenden Embraer 190 von Helvetic geflogen wird.

Die Verbindung scheint beliebt zu sein: One-Way-Tickets in der Economy-Klasse kosten auf der Swiss-Webseite bereits bis 465 Franken. Wie viel die billigsten Billets kosten, kann die Swiss ebenfalls noch nicht sagen.

VCS kritisierte Billigflüge

Die Verbindung sorgte bereits 2016 für Schlagzeilen, als die Swiss die Strecke versuchsweise flog. Der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) kritisierte damals die «Billigflüge »von 64 Franken.

Nach dem Swiss-Versuchsballon witterten Investoren das grosse Geschäft im Wallis: 2017 wollte die Fluglinie «Powdair» von diversen britischen Städten aus Skiflüge nach Sion lancieren. Die Airline ging aber Pleite, bevor das erste Flugzeug abgehoben war.

(amü)