Rettungspaket

Millionenschwere Finanzspritze soll bündner Sägewerk retten

Blick auf die grösste Sägerei der Schweiz (Archiv)

Blick auf die grösste Sägerei der Schweiz (Archiv)

Über den Fortbestand der schwer angeschlagenen Grosssägerei Mayr-Melnhof in Domat/Ems GR entscheidet am (morgigen) Dienstag der Bündner Grosse Rat. Das millionenschwere Rettungspaket des Kantons spaltet das Parlament, wie die Grundsatzdebatte am Montag zeigte.

Konkret geht es um zwei Nachtragskredite, über die am Dienstag in der Budgetdebatte befunden wird. 6,75 Millionen Franken sollen für den Aufbau eines Pelletswerks am Standort der grössten Sägerei der Schweiz bewilligt werden und 7,5 Millionen Franken an ein Anreizsystem für langfristige Lieferverträge mit Holzproduzenten.

FDP und SP sprachen sich vor vollbesetzten Zuschauerrängen dagegen aus, dem österreichischen Familienkonzern mit 14,25 Millionen Franken unter die Arme zu greifen. Die FDP ist gegen eine Einmischung des Staates in die Privatwirtschaft. "Unternehmerische Fehler auf Steuerzahler abzuwälzen, ist falsch", sagte der Fraktionspräsident.

Die SP ist nicht bereit, ein Unternehmen zu stützen, in das die Partei das Vertrauen verloren hat. Mayr-Melnhof zeige mit der Drohung, ohne die Kantonsmillionen das Werk zu schliessen und 130 Arbeitsplätze zu streichen, keinen guten unternehmerischen Geist.

Widerwillige Unterstützung durch BDP und CVP

BDP und CVP wollen das kantonale Rettungspaket unterstützen, wenn auch "zähneknirschend". Sie stärken damit ihren federführenden Regierungsräten Hansjörg Trachsel und Stefan Engler den Rücken.

Die Rettungsaktion liege im "ordnungspolitischen Grenzbereich", sagte der BDP-Fraktionspräsident. Sie komme den Kanton billiger zu stehen als ein Konkurs mit den negativen Folgen für die Bündner Waldwirtschaft.

"Das Rettungspaket ist die bessere von zwei schlechten Lösungen", sagte der Präsident der CVP-Fraktion. So oder so unterstütze der Kanton die Waldwirtschaft. Es sei besser, ein Werk im Kanton zu subventionieren, als nach einem Konkurs indirekt andere Holzverarbeiter ausserhalb Graubündens.

"Die Regierung ist sich bewusst, dass es ein Geschäft ist, das man sich nicht wünscht", sagte Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel. Er warnte vor den "ausserordentlichen Dimensionen" eines Konkurses. Neben den Arbeitsplätzen bei Mayr-Melnhof seien auch diejenigen von Zulieferern gefährdet. Der Waldwirtschaft drohten wieder Defizite, wie vor dem Aufbau der Grosssägerei.

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