Steuer-Deal

Milch-Baron Müller bleibt nun doch im Kanton Zürich

Der Milchbaron bleibt in der Schweiz

Theo Müller

Der Milchbaron bleibt in der Schweiz

Der deutsche Milchbaron Theo Müller drohte wegen der Abschaffung der Pauschalsteuern im Kanton Zürich mit dem Wegzug aus Erlenbach. Doch jetzt fand er eine steuerlich attraktive Lösung: Er zahlt noch weniger Steuern und bleibt.

Der erfolgreiche Unternehmer, der 2003 aus Bayern in die Schweiz zog, soll bereits mögliche Wohnorte im Kanton Schwyz gepprüft haben. Nun entschied er sich aber, doch in Erlenbach zu bleiben, schreibt die Zeitung «Der Sonntag». Warum? Zusammen mit Steuerberatern der Firma KPMG fand er eine Lösung, sodass die Goldküstengemeinde auch ohne Pauschalierung für ihn ein Steuerparadies bleibt. «Theo Müller zahlt nun sogar noch weniger Steuern als vorher», sagt ein Vertrauter zum «Sonntag» und fügt hinzu.

«Alles ist ganz legal.» Gibt es Steuerschlupflöcher für reiche Ausländer, oder wie ist es möglich, dass Müller nun noch günstiger wegkommt? Der Gemeindeschreiber von Erlenbach, Hans Wyler, sagt: «Bei Steuerzahlern dieser Kategorie macht der Kanton die Einschätzung. Aber es ist klar, dass solche Leute gute Steuerberater haben, und gerade bei Holdings gibt es legale Wege, die Steuern zu optimieren.»

Ein Grund für das Steuerwunder von Erlenbach könnte darin liegen, dass Theo Müller sich aus dem operativen Tagesgeschäft seines Unternehmens zurückgezogen hat - und deshalb wohl keinen Lohn mehr bezieht. Allerdings: Auch Dividenden gelten als Einkommen, und Müller hält nach wie vor 100 Prozent der Anteile seines Unternehmens. Dividenden werden aber zu einem tieferen Satz besteuert als der Lohn.

Hinzu kommt ein zwer Grund, der bislang in der Debatte über Pauschalsteuern kaum beachtet wurde: Deren Abschaffung bezieht sich in Zürich nur auf die Gemeinde- und Kantonssteuern. Die stark progressive direkte Bundessteuer hingegen - faktisch eine Reichtumssteuer - kann von Ausländern weiterhin umgangen werden. Das gilt auch für (Dividenden-)Einkommen. Robert Huber, Medienbeauftragter des Kantonalen Steueramts Zürich, bestätigt: «Im Kanton Zürich ist bei der direkten Bundessteuer die Pauschalbesteuerung weiterhin möglich.»

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