Schon mehrmals schickte sich die Migros an, das Ausland zu erobern – ohne Erfolg. In Deutschland bringt sie es gerade mal auf fünf Filialen, in Frankreich auf drei. Neueröffnungen sind zurzeit keine geplant.

Nun erleidet auch die Tankstellenshop-Tochter Migrolino im Ausland Schiffbruch. «Wir haben uns gemeinsam mit Shell entschlossen, unsere Expansionspläne in Deutschland zu beenden», sagt Migrolino-Sprecherin Andrea Schindler gegenèber der Zeitung «Der Sonntag».

Zusammen mit Shell betrieb Migrolino seit rund zwei Jahren vier Test-Filialen im Raum Stuttgart. «Leider entwickelten sie sich umsatzmässig entgegen unseren Erwartungen.» Die Shops werden nun wieder in Shell-Shops umbenannt.

Migrolino nennt verschiedene Gründe für das Scheitern, wie schärfere Restriktionen beim Alkoholverkauf. Und: «Die Migros als Marke ist in Deutschland noch zu wenig bekannt, um Erfolg zu haben.»

Nicht zuletzt dürfte aber die Logistik den Ausschlag gegeben haben. «Uns fehlt bis heute eine logistische Lösung für die effiziente Lieferung von Kleinmengen aus der Schweiz nach Deutschland», bestätigt Schindler.

Die Hoffnungen waren gross. Wären die Testfilialen erfolgreich gewesen, hätte Migrolino zusammen mit dem Ölgiganten Shell zügig expandieren wollen, allenfalls gar europaweit. Auch Valora betreibt seit über einem Jahr in Gelsenkirchen eine Testfiliale mit ihrem Avec-Konzept, zwei weitere sind geplant.

In der Schweiz werden im stark wachsenden Convenience-Markt rund 5 Milliarden Franken umgesetzt. Marktführer ist Coop Pronto mit 233 Filialen, Migrolino hat 167. (sha)