Medienkolumne
Ringier minus Axel Springer

Die beiden Konzerne gehen in Osteuropa getrennte Wege. Was will uns dies für die Zukunft des Schweizer Traditionsunternehmen sagen?

Christian Mensch
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Ringier Axel Springer: Bald nur noch in Schweizer oder nur noch in deutscher Hand?

Ringier Axel Springer: Bald nur noch in Schweizer oder nur noch in deutscher Hand?

Keystone/Christian Beutler

Das Verhältnis zwischen dem deutschen Axel-Springer- und dem schweizerischen Ringier Konzern erinnert seit Jahrzehnten an ein Paar, das einfach nicht von sich lassen kann. Der Verbindung folgt die Trennung als Vorstufe zur nächsten Verbindung. Nun ist gerade wieder Trennung angesagt.

Auf Druck des Finanzinvestors KKR zieht sich Axel Springer weitgehend aus dem Geschäft in Osteuropa zurück, das es gemeinsam mit Ringier betreibt. Die Begründung: Man wolle sich auf grosse Märkte beschränken. Ringier und sein Finanzpartner, die Mobiliar Versicherung, übernimmt die Anteile zu einem unbekannten Preis. 200 Digital- und Printprodukte mit zusammen 3100 Mitarbeitenden werden damit ganz zu Ringier-Angestellten.

Unweigerlich stellt sich die Frage, was dies für den kleinsten Markt bedeutet, auf dem Ringier Axel Springer noch gemeinsam auftreten: die Schweiz. Schliesslich gehören mit Ausnahme der «Blick»- Gruppe alle Ringier-Publikationen in dessen Heimmarkt auch den deutschen Partnern. Dazu zählen Titel wie der «Beobachter», die «Schweizer Illustrierte» und die «Landliebe», aber auch die «Handelszeitung» und die «Bilanz».

Ein Rückzug von Axel Springer aus der Schweiz wäre folgerichtig. Oder alternativ: Dieses Engagement ist langfristig angelegt, damit die Deutschen zugreifen können, wenn Verleger Michael Ringier (72) keine andere Nachfolgeregelung findet. Doch dann hat Axel Springer ja doch wieder dieses leidige Osteuropa-Geschäft an der Backe.

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